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Göttingen Hochburg der Fahrräder und Fahrraddiebe
Die Region Göttingen Hochburg der Fahrräder und Fahrraddiebe
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14:19 27.12.2011
Von Matthias Heinzel
Ideales Betätigungsfeld für Fahrraddiebe: unübersichtliche Fahrradhalde am Bahnhof. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Das hat jetzt eine bundesweite Untersuchung des Internet-Portals geld.de ergeben.

127 deutsche, schweizerische und österreichische Städte haben die Mitarbeiter von geld.de unter die Lupe genommen, darunter auch Göttingen. Die meisten Fahrräder pro 100 000 Einwohner – 1828 Stück – werden in der Fahrrad-Hochburg Münster gestohlen. Auf Platz zwölf mit 934 gestohlenen Fahrrädern folgt bereits Göttingen – vor Freiburg, Kiel, Leipzig oder Rostock.

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In Remscheid hingegen werden relativ die wenigsten Fahrräder gestohlen: Hier werden jährlich nur 36 von 100 000 Einwohnern um ihr Zweirad gebracht. Es folgen Städte wie Wuppertal (59) oder Suhl (61) und auch Marburg (193) – eine Universitätsstadt wie Göttingen.

Im Jahr 2010 gab es in Göttingen etwa 1300 Fahrraddiebstähle – eine Zahl, die auch in diesem Jahr wieder erreicht werden dürfte, wie Magnus Eilerts, der sich bei der Göttinger Polizei mit Zweirad-Diebstählen befasst, erklärt. 300 Räder davon tauchen wieder auf – dies meistens weniger wertvolle Fahrräder, die nachts mal eben für den Weg nach Hause entführt werden, wie Eilerts vermutet. Schrotträder würden zudem auch seltener gut gesichert als teure Räder.

Dauerhaft weg seien hingegen teure Räder, darunter meistens die auch bei Dieben sehr beliebten Marken-Mountainbikes. Solche Räder, sagt Eilerts, werden vermutlich von organisierten Banden in andere Städte gebracht und dort verkauft.

Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der Fahrraddiebstähle in Göttingen von 1500 auf den derzeitigen Jahresschnitt von 1300 gesunken, bilanziert Eilers. Insgesamt rechnet der Ermittler mit einer Dunkelziffer von 30 bis 40 Prozent.

Auffällig, so Eilerts, sei zudem die Häufung von Fahrraddiebstählen zu Semesterbeginn. Beliebter Fundort für Fahrraddiebe seien zudem Plätze, auf denen eine Vielzahl von Fahrrädern abgestellt sind, wie vor allem der Göttinger Bahnhof. Dort falle es kaum auf, wenn jemand an einem fremden Rad arbeitet. Deshalb, so Eilerts, beobachte die Polizei die Fahrradhalde dort regelmäßig verdeckt.

Allein in den 127 untersuchten Städten verschwanden im Jahr 2010 laut geld.de knapp 171 000 Fahrräder. Insgesamt werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz jährlich mehr als 360 000 Fahrräder gestohlen. Der Gesamtschaden allein für die Bundesrepublik beträgt geschätzte 120 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote liegt in Deutschland bei etwa zehn Prozent.