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Göttingen Tag der Rückengesundheit
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00:29 18.03.2018
Kerrin Steinhäuser zeigt den leguano-Barfußschuh. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Vorträge, Infostände und Mitmachaktionen hat der Hochschulsport Göttingen am Donnerstag Uni-Mitarbeitern und Studierenden erstmals anlässlich des Tags der Rückengesundheit angeboten. Bis 20 Uhr besuchten Interessierte die Veranstaltung im Sportzentrum an der Gutenbergstraße 60.

„Studierende verbringen extrem viel Zeit im Sitzen – in den Vorlesungen und Seminaren, beim Lernen und Arbeiten am Schreibtisch und abends vor dem Fernseher“, erklärte Stephanie Giro von Healthy Campus, dem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) der Hochschule für Studierende. Die Folge seien Rückenprobleme.

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Volkskrankheit

Muskel- und Skeletterkrankungen gehörten in Deutschland zu den drei häufigsten Gründen für Krankschreibungen, ergänzte Sabrina Rudolph vom BGM der Universitätsmedizin. Die volkswirtschaftlichen Kosten für Rückenbeschwerden lägen in Deutschland derzeit bei mehr als einer Milliarde Euro, heißt es im Flyer zur Veranstaltung.

Bereits Schulkinder haben Rückenprobleme

„Selbst Schulkinder sind heute bereits betroffen“, wusste Besucherin Melanie Haußknecht, die Sport auf Lehramt studiert. Sie habe das bei der Arbeit in der Schule beobachtet. Den Infotag besuche sie, um später als Lehrerin Kindern und Jugendlichen helfen zu können. Gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Hauke Hunold besuchte sie Vorträge zu Rückentraining und zum Zusammenhang zwischen Stress und Rückenschmerzen.

Vertikalmaus für den Computer

„Wer viel sitzt, sollte einen Stuhl nutzen, bei dem er in Bewegung bleibt“, erklärte Jens Barwinske vom Göttinger Büroeinrichter Struckmeier. Es gebe Stühle, die den Sitzenden in leichte Instabilität brächten. Der Körper müsse die leichten Bewegungen ständig ausbalancieren. Das trainiere die Tiefenmuskulatur des Rückens. Höhenverstellbare Tische ermöglichten ein Arbeiten im Stehen. Eine Vertikalmaus für den Computer verhindere, dass der Arm verdreht werde und so Handgelenk- und Schulterschmerzen verursache.

Das richtige Schlafsystem

„Das Rückgrat muss gut gebettet sein“, betonte Heike Sauerwald von der Göttinger Firma Betten Heller, die seit 180 Jahren unter anderem auch Studierende mit Lattenrosten und Matratzen versorgt. Es gelte, so Sauerwald, das richtige Schlafsystem ausfindig zu machen.

Barfußgehen

„Barfußgehen zwingt dazu, den Vorderfuß zu benutzen“, erklärte Kerrin Steinhäuser, Bezirksleiterin der Barfußschuh-Firma Leguano. Das fordere die Muskulatur und schone Gelenke und Wirbelsäule.

Creditpoints für Sportkurse

„Gegen Rückenschmerzen hilft vor allem viel Bewegung“, betonte Giro von Healthy Campus. Das Studierenden-BGM biete Laufkurse an. Teilweise geben es auf die Angebote auch Creditpoints. Der Grund: Sich gesund zu halten, sei eine Schlüsselkompetenz wie das Beherrschen von Fremdsprachen, Rhetorik oder die Fähigkeit, andere Menschen zu führen.

Yoga und Bogenschießen

„Um den Spaß an Bewegung zu wecken, organisiert der Hochschulsport den ,Great Barrier Run’, einen Hinternislauf“, sagte Hochschulsport-Mitarbeiter Maximilian Sperling. Dort werde auch der Rücken gefordert, etwa beim Hangeln, beim Kriechen unter einem Gitter oder beim Durchschwimmen eines Pools. Im vergangenen Jahr hätten 2000 Studierende mitgemacht. Die Bildungsakademie der Universitätsmedizin fördert aus diesem Grund auch Spaßkurse wie Zumba. Bei der Veranstaltung am Donnerstag konnten Teilnehmer auch eigene Erfahrungen beim Bogenschießen und beim Yoga sammeln.

Flugsimulator Ikarus

Eine lange Schlange bildete sich beim Stand der Techniker Krankenkasse (TK). Dort maßen Mitarbeiter das Kräfteverhältnis von Beuger- und Strecker-Muskulatur. „Wir stellen so Schwachstellen fest und können Trainingstipps geben“, sagte TK-Hochschulberater Tobias Gorr. Am Stand wurde zudem die Beweglichkeit der Wirbelsäule mit einem strahlenfreien Verfahren gemessen. Zudem gab es den Flugsimulator Ikarus. Auf allen Vieren und mit einer 3D-Brille vor den Augen steuerten die Teilnehmer mit dem Körper mittels Gewichtverlagerungen durch eine virtuelle Gebirgswelt. Dabei waren Ringe zu durchfliegen. „So etwas ließe sich eventuell auch bei uns nutzen“, meinte Gaurav Patel interessiert. Er verfasst zur Zeit am Göttinger Institut für Neurorehabilitation seine Doktorarbeit.

Von Michael Caspar

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