Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Hochwasser: EU schreibt Managementpläne für Risiko-Gebiete vor
Die Region Göttingen Hochwasser: EU schreibt Managementpläne für Risiko-Gebiete vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:48 27.08.2013
Von Gerald Kräft
Hilfeleistung mit Booten: Pioniere aus Münden im Februar 1909 beim Einsatz im Hasengraben/Schiefer Weg. Quelle: Städtisches Museum
Anzeige
Göttingen

Am Dienstag wurden in Göttingen Kommunen und Verbände aus den Landkreisen Goslar, Göttingen, Hameln-Pyrmont, Heidekreis, Hildesheim, Holzminden, Nienburg, Northeim, Osterode, Schaumburg und Wolfenbüttel über den Stand der Vorbereitungen unterrichtet.

Nur wer mögliche Gefahren kennt, kann rechtzeitig handeln und sich schützen. Diese Maxime ist für den Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) die Grundlage für die künftigen Managementpläne. Dabei geht es immer auch darum, nicht ausreichend vor Hochwasser geschützte Siedlungs- und Wirtschaftsräume in den Fokus zu rücken.

Derzeit werden detaillierte Karten für Risikogebiete vorbereitet, die teilweise schon im Internet zu finden sind (nlwkn.niedersachsen.de). Dabei werden nicht nur häufigere Ereignisse betrachtet, die alle 20 bis 25 Jahre eintreten, und Wassermengen, die alle 100 Jahre zu erwarten sind.

Diese HQ-100-Berechnungen sind Grundlage für die Überschwemmungsgebiete, die zurzeit auch in Südniedersachsen nach 100 Jahren neu festgesetzt werden. Erstmals wurden auch Daten für ein sogenanntes HQ-extrem erhoben, Wassermengen, die alle 200 Jahre die Flüsse hinabfließen.

Für einen Abfluss von 287 Kubikmetern je Sekunde gerüstet

Von solch einem Ereignis wären an der Leine auch die Ortsränder von Bovenden und Niedernjesa betroffen. Auch Teile des Göttinger Stadtgebietes würden unter Wasser stehen wie 1909 und 1981.

Die Stadt ist durch die jüngsten Schutzbauten laut Verwaltung für einen Abfluss von 287 Kubikmetern je Sekunde gerüstet. Ein HQ-100-Ereignis entspricht einem Abfluss von 225 Kubikmetern je Sekunde. Früher war ein Wert von 329 Kubikmetern je Sekunde zugrunde gelegt worden.

Das Land sei nicht verpflichtet, für die Kommunen zu planen und zu bauen, sagte Petra Hentschel vom niedersächsischen Umweltministerium. Die Pegelstandsvorhersage werde verbessert und Planungsmöglichkeiten etwa für den Katastrophenschutz verbessert.

Auch der Bürger sei verpflichtet, sich zu informieren und Vorsorge zu treffen, so NLWKN-Bereichsleiter Stephan-Robert Heinrich.