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Göttingen Hoffen auf Millionenförderung für Innenstadt
Die Region Göttingen Hoffen auf Millionenförderung für Innenstadt
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18:47 08.07.2009
Zwischen Carré und New Yorker: Wegeverbindung zwischen den Wissenshäusern.
Zwischen Carré und New Yorker: Wegeverbindung zwischen den Wissenshäusern. Quelle: Mischke
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Der Norden der Innenstadt soll mit einer kräftigen Finanzspritze aufpoliert werden: Investitionen in Höhe von knapp elf Millionen Euro strebt die Stadt Göttingen an. Voraussetzung: Das Gebiet „Historische Altstadt-Nord“ wird in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ des Bundes und der Länder aufgenommen. Eine Entscheidung darüber erwartet die Bauverwaltung im September. Hat der Antrag Erfolg, würden noch im diesem Jahr 200000 Euro städtischer Mittel benötigt, die im Haushalt bereits vorgesehen sind.

Das jetzt von der Stadt vorgeschlagene Sanierungsgebiet umfasst einen Korridor der sich in west-östlicher Richtung vom Platz der Synagoge über die ehemalige Justizvollzugsanstalt und Waageplatz, das ehemalige Stadtbadareal bis hin zum Städtischen Museum im Ritterplan erstreckt. Hinzu kommt der Leinekanal zwischen Waageplatz und Goetheallee.

Mit dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ werden Einzelprojekte gefördert: „Als Bestandteile einer städtebaulichen Sanierungsmaßnahme, durch die baukulturell wertvolle Bausubstanz erhalten werden soll.“ Zwei Drittel der Kosten werden durch Bundes- und Landesmittel finanziert.

„Akut vom Einsturz bedroht“

Für die Stadt stehen dabei an erster Stelle „dringende Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen“ zur Erhaltung des städtischen Museums als eines der „hochrangigen Baudenkmale Göttingens“. „Teile des Gebäudes sind akut von Einsturz bedroht. Deshalb werden zur Zeit Notsicherungsmaßnahmen unternommen“, heißt es in einer Mitteilung. Der zweite städtische Schwerpunkt betrifft die ehemalige Justizvollzugsanstalt. Hier gehe es vorerst um Planungen für die Nachnutzung als Wissenshaus und spätere Umbaumaßnahmen. Im Sanierungsgebiet liegt auch die Wegeverbindung zwischen diesen beiden Wissenshäusern, die später unter anderem auch über das ehemalige Stadtbadgelände verlaufen soll. So war eine der Vorgaben an die Interessenten, die das Areal künftig entwickeln wollen, die Anbindung an den Waageplatz durch die Schaffung einer neuen Ost-West-Fuß- und Radwegeverbindung, wie Stadtbaurat Thomas Dienberg im Tageblatt deutlich gemacht hat.

Nach Auskunft der Stadtverwaltung ist im Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ außerdem Folgendes förderfähig:

• Maßnahmen zur Sicherung erhaltenswerter Gebäude, historischer Ensembles oder sonstiger baulicher Anlagen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung.

• Die Modernisierung und Instandsetzung oder der Aus- und Umbau dieser Gebäude oder Ensembles.

• Die Erhaltung und Umgestaltung von Straßen- und Platzräumen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung.

• Die Durchführung von Ordnungsmaßnahmen zur Erhaltung beziehungsweise Wiederherstellung des historischen Stadtbildes und Stadtgrundrisses.

• Die Leistungen von Sanierungsträgern zur Beratung von Eigentümern über die Einhaltung von Auflagen der Denkmalpflege oder aus örtlichen Satzungen.

Von Michael Brakemeier