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Göttingen Keine Straßenzulassung für Hoverboards
Die Region Göttingen Keine Straßenzulassung für Hoverboards
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00:18 16.12.2017
Beliebt bei Groß und Klein: Hoverboards. Quelle: R
Göttingen

Die beliebten Fortbewegungsmittel bestehen aus einem Brett und zwei Rädern, die nebeneinander angeordnet sind. Gesteuert werden sie ausschließlich über eine Verlagerung des Körperschwerpunktes. Lehnt man sich nach vorn, beschleunigt das Fahrzeug, nach hinten wird gebremst, zu den Seiten gelenkt. Dabei können die elektrisch angetriebenen Boards nach Herstellerangaben eine Geschwindigkeit von mehr als sechs Stundenkilometer erreichen.

Rechtlich gelten Hoverboards damit als Kraftfahrzeuge und unterliegen hierzulande den Vorschriften der Zulassungsverordnung. Da sie konstruktionsbedingt weder über Bremsen, Lenkung oder ausreichend Beleuchtung verfügen, dürfen sie daher nicht auf Straßen und öffentlichen Gehwegen genutzt werden. Zudem wäre der Halter verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen. Allerdings werde eine entsprechende Versicherung aktuell nicht angeboten, heißt es in einer Mitteilung des Autoclubs ADAC. Eine private Haftpflichtversicherung hingegen springt bei der Schadensregulierung nicht ein, wenn dieser durch ein Fahrzeug verursacht worden ist.

Führerschein erforderlich

Auf noch ein weiteres Problem weist die Polizei hin: Nutzer eines Hoverboards benötigen eine Fahrerlaubnis, entweder aus den Motorradklassen oder der Klasse B, die auch zum Autofahren benötigt wird. Was mit Blick auf die eher junge Zielgruppe der Boards eher belustigend klingt, kann schnell ernst werden. Denn wer ohne Führerschein unterwegs ist, begeht nach Straßenverkehrsgesetz eine Straftat.

Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen, rät deshalb, die Boards nur auf Privatgrundstücken zu nutzen und sich durch entsprechende Schützkleidung und Helm vor Verletzungen zu schützen. Außerdem empfiehlt der Experte vor dem Kauf einen ausführlichen Blick in die verkehrsrechtlichen Bestimmungen.

Bundesregierung lässt Elektrokleinstfahrzeuge überprüfen

Diese könnten sich allerdings in Zukunft ändern. Denn bereits seit Sommer 2017 arbeitet die Bundesregierung an einer Zulassung von Elektrokleinstfahrzeugen zum Straßenverkehr. Wie aus der Antwort auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervorgeht, sei die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) beauftragt worden, sich einen Marktüberblick über Elektrokleinstfahrzeuge wie Segways, Hoverboards, E-Tretroller, E-Skateboards und E-Wheels zu verschaffen und zu prüfen, ob und wie sie im öffentlichen Straßenverkehr einzusetzen sein könnten.

Im Sinne einer neuen Mobilitätskultur begrüßte die frühere Bundesregierung grundsätzlich die Verwendung umweltfreundlicher Verkehrs- und Fortbewegungsmittel. Es bleibt abzuwarten, wann eine neue Regierung dieses Thema wieder auf die Tagesordnung setzt. Für mögliche Weihnachtsgeschenke gilt: Hoverboards gehören nicht auf die Straße

Von Markus Scharf

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