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Göttingen Hundekottütenspender, „Shared Space“ und „Sichere Häfen“
Die Region Göttingen Hundekottütenspender, „Shared Space“ und „Sichere Häfen“
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13:05 13.07.2019
Lars Wätzold Quelle: r
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Göttingen

Diese Woche geht es bei mir um drei Themen, die mir bei der Zeitungslektüre besonders aufgefallen sind, die aber so gar nichts miteinander zu tun haben.

Da ist zunächst der GT-Artikel über den Wunsch einer Hundehalterin nach öffentlichen Hundekottütenspendern (tolles Scrabble-Wort übrigens) und nach mehr Mülleimern, um die Tüten zu entsorgen. Als ich das las, dachte ich spontan: „Geht’s noch?“ Die hundelose Mehrheitsgesellschaft darf ja wohl erwarten, dass Herrchen und Frauchen einen Beutel dabei haben und die Exkremente ihrer Bellos korrekt entsorgen. Ich habe als Vater ja auch nie öffentliche Windelspender gefordert, sondern hatte selbst welche dabei; und die vollgekackten habe ich auch nicht einfach liegenlassen, wenn kein Mülleimer in der Nähe war.

Positiv erstaunt war ich, als ich las, wie begeistert unser Oberbürgermeister bei der Eröffnung einer Wohnanlage in Weende vom so genannten „Shared Space“ war, also einem Straßenbereich ohne Bordstein und Trennung der Verkehrsteilnehmer. Dort steige die Rücksichtnahme und die Unfallhäufigkeit sinke, so Rolf-Georg Köhler. Ich pflichte ihm da uneingeschränkt bei und mache mir nun echte Hoffnungen, dass die engen Straßen der Göttinger Innenstadt zukünftig ähnlich gestaltet werden und endlich nicht mehr - selbst in der Fußgängerzone - als Fahrbahn und Gehweg. Denn derzeit werden Autofahrer ja geradezu eingeladen, Bereiche zu befahren, in denen es ihnen eigentlich untersagt ist. Und das machen sie ja auch zuhauf. Hoffen wir also mal, dass sich die Erkenntnis unseres Verwaltungschefs nun zukünftig bei der Straßenplanung bemerkbar macht.

Harter Schnitt zum dritten und deutlich ernsteren Thema, nämlich der Initiative von Grünen und SPD, die Stadt Göttingen als „sicheren Hafen“ für Flüchtlinge auszurufen und aus Seenot Gerettete aufzunehmen. Dieses Vorhaben finde ich unbedingt unterstützenswert, denn es ist doch beschämend, wie gleichgültig die Regierungen der EU (immerhin Friedensnobelpreisträgerin) dem Sterben im Mittelmeer zusehen, nachdem sie die eigene Seenotrettung eingestellt haben. Und es ist schlicht zynisch, wie die Politik um die wenigen Menschen schachert, die private Seenotretter aufgreifen. Davon, wie auch die europäische Politik Fluchtgründe verursacht, will ich hier gar nicht anfangen. Umso wichtiger ist es, dass Kommunen ein Zeichen dagegen und die große Politik damit unter Druck setzen.

Von Lars Wätzold

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