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Göttingen Hunderte Göttinger protestieren gegen die Partei Pro Deutschland
Die Region Göttingen Hunderte Göttinger protestieren gegen die Partei Pro Deutschland
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20:46 25.08.2013
Von Gerald Kräft
Quelle: Heller
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Göttingen

Die Polizei hatte mehrere Hundertschaften im Einsatz. Zwei Wasserwerfer standen in Bereitschaft. Am Morgen versuchten rund 400 Demonstranten den Auftritt des Bundesgeschäftsführers der Partei, Lars Seidensticker, in der Güterbahnhofstraße zu verhindern. Gemüse, Bananen, Eier und Plastikflaschen flogen auf den von der Polizei geschützten Stand.

Während Seidensticker vor „Salafisten“ und „Linksfaschisten“ warnte und „Abschiebung“ forderte, skandierte die Menge „haut ab, haut ab“. Zuvor hatten rund 50 Gegendemonstranten die Zufahrt zum Netto-Markt mit einer Sitzblockade versperrt. Nach mehrmaliger Aufforderung, zwei Meter zu weichen, trug die Polizei rund 20 Demonstranten von der Straße.

Kurzfristig wurden Schlagstöcke eingesetzt. Laut Polizei gibt es diverse Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, Nötigung und Widerstandes.

Begleitet von mehr als 400 Demonstranten und einem großen Polizeiaufgebot haben Mitglieder der Partei Pro Deutschland Göttingen erreicht.

Im Netto-Markt und im Imbiss „Nour Döner“ herrschte während der Kundgebung gähnende Leere. Während der Freitagspredigt sei gesagt worden, „lasst euch nicht provozieren“, sagte Imbiss-Mitarbeiter und Moschee-Besucher Slaiman Fidan. Die Partei Pro Deutschland hatte auf ihrem „Tourplan“ neben der Kundgebung in der Nähe der Al-Taqwa Moschee in der Güterbahnhofstraße, die Al-Iman-Moschee in der Arndtstraße und das „Rote Zentrum“ in der Lange Geismarstraße.

Den Pro-Deutschland-Auftritt in der Albrecht-von-Haller-Straße schirmte die Polizei weiter ab. Ein Demonstrant wurde von einem Polizeihund gebissen. Bei einem Gerangel um das Mikrofon zwischen Seidensticker und einem Demonstranten verpasste der Bundesgeschäftsführer seinem Kontrahenten einen Fußtritt.

Seidensticker und einem Begleiter wurde darauf von der Polizei ein Versammlungsverweis erteilt. Bei der dritten Station vor der Stadthalle durfte Seidensticker nicht mehr teilnehmen. In der Herzberger Landstraße kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Demonstranten und Verbindungsstudenten, die Pfefferspray einsetzten und Demonstranten wegen Körperverletzung anzeigten.

Begleitet von mehr als 400 Demonstranten und einem großen Polizeiaufgebot haben Mitglieder der Partei Pro Deutschland Göttingen erreicht

Nach kurzer Zeit packten die Pro-Deutschland-Vertreter schließlich ihre Sachen. Gegen 16 Uhr waren sie wieder unterwegs zu einem weiteren „Tour“-Auftritt in Kassel. Die Polizei zählte rund 300 Demonstranten, die Veranstalter mehr als 500.

Der Versammlungsleiter des Bündnisses gegen Rechts, DGB-Regionsvorsitzender Lothar Hanisch, wertete den Protest als erfolgreich. Pro Deutschland habe ihre Propaganda nicht zum Tragen bringen können.

Auch wenn es einige Blessuren gegeben habe, für Göttinger Verhältnisse hätten sich alle Seiten um Deeskalation bemüht. Auch der CDU-Bundestagskandidat Fritz Güntzler beteiligte sich an der Gegen-Demo. Die CDU sei vom DGB wieder einmal nicht gefragt worden, beklagte er.

Dieser Artikel wurde aktualisiert

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