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Göttingen ICE-Halt in Göttingen soll bleiben
Die Region Göttingen ICE-Halt in Göttingen soll bleiben
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11:56 03.09.2019
Fritz Güntzler (von li.), Enak Ferlemann und Olaf Feuerstein hielten beim Jahresempfang Grußworte. Alle drei sind Christdemokraten und stammen übrigens aus Cuxhaven. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Der ICE-Halt in Göttingen wird bleiben. Das hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, während eines Besuches in Göttingen versichert. Der Christdemokrat war am Montagabend einer Einladung der CDU-Ratsfraktion gefolgt, die im Städtischen Museum ihren Jahresempfang ausrichtete. Die Ratsmitglieder um ihren Chef Olaf Feuerstein konnten insgesamt 130 Gäste aus allen Bereichen der Gesellschaft begrüßen.

So viele Besucher auf einmal sieht das Städtische Museum am Ritterplan selten. Erstmals hatte die CDU-Fraktion zu ihrem traditionellen Jahresempfang in das altehrwürdige Haus eingeladen. „Um ein Zeichen zu setzen“, wie Fraktions-Geschäftsführer Lauritz Kawe versicherte. „Ein Zeichen dafür, dass es hier mit der Sanierung schneller vorangeht“, gab er eine Botschaft in Richtung Stadtverwaltung. Angesichts der vielen Besucher war der kleine Saal des Museums in der Tat zu klein, die Gäste der Veranstaltung folgten den Grußworten dicht gedrängt stehend.

„Stadthalle war Stimmungsbarometer“

Zu klein sei auch die Fraktion der CDU im Rat der Stadt, befand Fraktionschef Feuerstein. Bei der Kommunalwahl im September 2021 wollen die Christdemokraten stärkste Fraktion werden – und den Oberbürgermeister stellen, gab Feuerstein das Ziel aus. Er zog eine Bilanz zum Jahr 2019, stellte fest, dass „wir sehr, sehr fleißig sind“ und „dass uns dieStadthalle viel Mühe und Arbeit gemacht hat“. Die lange Diskussion um Erhalt oder Neubau sei für die CDU ein Stimmungsbarometer gewesen. „Wir konnten erkennen, wer ein verlässlicher politischer Partner ist – und wer nicht“, sagte der Fraktionschef mit Seitenhieb auf die Grünen. Seine aktuelle Kritik an der Stadtverwaltung: „Das Konzept zur Verkehrsberuhigung rund um den Albaniplatz kann nie und nimmer funktionieren. Es sei denn, die Besucher reisen allesamt mit dem Fahrrad an.“

Start für eine „Nah-dran-Tour“

Feuerstein sprach weiterhin die Bauprojekte Neugestaltung Groner Tor und Sparkassen-Areal an. Hier seien die jeweiligen Eigentümer gefragt. Seine Befürchtung: „Dass hier Entscheidungen von Leuten getroffen werden, die kein Herz für Göttingen haben“. Mit einer „Nah-dran-Tour“ will die CDU-Ratsfraktion demnächst ein neues Format starten. Erster Termin dafür soll der 18. September, 17 Uhr, am alten Backhaus in Groß Ellershausen sein. Feuerstein hat in dem Göttinger Ortsteil viel Unruhe festgestellt. Die Einwohner seien verunsichert, was auf sie zukommt, wenn das Baugebiet Wiesentalweg realisiert wird.

Göttingen nicht schlechter als Halle stellen

Mehrfach betonte der Lokalpolitiker, wie wichtig der ICE-Halt für Göttingen sei. Dieser Standort müsse nicht nur erhalten, sondern ausgebaut werden, äquivalent zum Hauptbahnhof in Halle/Saale. Der Parlamentarische Staatssekretär Ferlemann sprang in seinem Grußwort auf diesen Zug aber nicht sofort auf. Er führte erst einmal in die Weltpolitik, sprach vom „großen Philosophen im Weißen Haus“ und warnte, dass der vom US-Präsidenten losgetretene Handelskrieg mit China auch auf die deutsche Wirtschaft schwere Auswirkungen haben werde. Ferlemann sagte einen „heißen Herbst“ voraus, nannte diesbezüglich unter anderem den ungeordneten Brexit der Briten und die enorme Verschuldung von Italien. Die Deutschen würden in einer instabilen Welt wie auf einer Insel der Glückseligen leben. Noch. Das „weltweite Chaos“ werde Auswirkungen auf die Bundesrepublik haben.

Den ICE-Halt „vielleicht“ noch stärken

Auf die Innenpolitik eingehend betonte Ferlemann, dass die Bundesregierung den innerdeutschen Flugverkehr massiv zurückdrängen, möglichst überflüssig machen will. Deshalb sei der Ausbau der Schiene von großer Bedeutung. Der ICE-Halt in Göttingen werde bleiben. „Vielleicht werden wir ihn noch stärken“, sagte der Staatssekretär, der auf die derzeit laufenden Sanierungsarbeiten an der Schnellstrecke BerlinFrankfurt/Main aufmerksam machte. Nach 30 Jahren seien diese Arbeiten nötig. Er äußerte sich auch zur Göttinger Universität, die die leider keinen Exzellenzstatus habe, was nach seiner Einschätzung aber nicht so bleiben müsse.

Blaues Auge in Sachsen und Brandenburg

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler ging auf die Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen ein. „Wir können froh sein, dass die beiden Volksparteien CDU und SPD jeweils stärkste Kraft geworden sind und nicht eine Partei, die wir nicht haben wollen.“ Hier sei man mit einem blauen Auge davongekommen. Demokratisch gewählt worden zu sein, bedeute nicht, selbst auch demokratisch zu sein, zielte er auf die AfD ab.

Zu den Gästen des Jahresempfangs gehörten unter anderem Stadtkämmerer Christian Schmetz, Sozialdezernentin Petra Broistedt, der Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen, Prof. Wolfgang Brück, der Geschäftsführer der Sport und Freizeit GmbH, Andreas Gruber, Göttingens Polizeichef Thomas Rath und der Chefdirigent der Göttinger Symphoniker, Nicholas Milton.

Von Ulrich Meinhard

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