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Göttingen ICE-Halt in Göttingen wird bis Dezember ausgedünnt
Die Region Göttingen ICE-Halt in Göttingen wird bis Dezember ausgedünnt
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14:04 21.08.2019
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Göttingen

Auf weitere Einschränkungen im ICE-Verkehr müssen sich Bahnreisende in Göttingen einstellen. Da das geänderte Fahrplankonzept während der Sanierungsarbeiten der Schnellfahrtstrecke zwischen Göttingen und Hannover an seine Grenzen stößt, soll der ICE-Halt in Göttingen vom 16. September bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember ausgedünnt werden, der Halt der ICE-Linie 22 in Göttingen vorübergehend entfallen. Das hat Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn (DB) AG für Niedersachsen, jetzt den Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Göttingen mitgeteilt.

Politiker fordern Rücknahme der Entscheidung

Gegen diese Ankündigung protestieren Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und Landrat Bernhard Reuter. In einem gemeinsamen Schreiben fordern die beiden SPD-Politiker die DB auf, die Entscheidung zu revidieren, den ICE der Linie 22 Hamburg-Stuttgart nicht mehr in Göttingen halten zu lassen. Köhler und Reuter verweisen auf die bereits bestehenden Zugausfälle und längeren Fahrzeiten in Richtung Hamburg und Berlin. Mit Entfall des Zughalts der Linie 22 gingen für Göttingen direkte Verbindungen nach Frankfurt und Stuttgart verloren: „Die negativen Auswirkungen auf den Bahn-Standort Göttingen sind kaum abzuschätzen. Wir haben erhebliche Zweifel, dass die angestrebte Zeitersparnis im angemessenen Verhältnis zu den Einschränkungen für Bahnreisende steht.“

Verständnis für die Bahn-Pläne zeigt der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle: „Die vorübergehende Ausdünnung des ICE-Halts darf aber keineswegs zur Dauerlösung werden.“ Nach Ende der Streckenmodernisierung müsse die Taktung in vollem Umfang wieder hergestellt, zudem die Pünktlichkeit am ICE-Halt Göttingen verbessert werden.

ICE-Trassen werden bis 2023 saniert

Vor 27 Jahren ist die ICE-Trasse Hannover-Göttingen in Betrieb gegangen, seit Juni wird sie saniert. Gleise, Weichen, Leit- und Sicherheitstechnik sollen zukunftsfähig gemacht werden. Saniert werden etwa 140 Kilometer Gleise, 47 Weichen, Schwellen und Schotterbett, neun Tunnel und acht Talbrücken. Für die Arbeiten hat die Bahn 175 Millionen Euro veranschlagt. Die gesamte Strecke ist zur Großbaustelle geworden und soll bis Mitte Dezember komplett gesperrt bleiben. Der Fernverkehr läuft bis dahin über eine Umleitungsstrecke, die er sich mit Regional- und Güterverkehr teilen muss. Das damit verbundene Fahrbahnkonzept, das jetzt außerplanmäßig noch einmal ausgedünnt wird, sollte möglichst viele Verbindungen auch von und nach Göttingen ermöglichen. „Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig“, sagt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis: „Wir sind zuversichtlich, dass alle Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden.“ In den Jahren bis 2023 sollen noch weitere ICE-Routen saniert werden. Dazu gehört auch der Abschnitt Göttingen-Kassel von April bis Juli 2021. ku

Insbesondere die Züge der zweistündlich verkehrenden ICE-Linie 22 Hamburg-Hannover-Göttingen-Frankfurt-Stuttgart würden seit Beginn der Bauarbeiten eine überdurschnitttlich hohe Unpünktlichkeit aufweisen, schreibt Herbort. Durch die sehr kurzen Fahrzeiten im Bereich der Umleitungsstrecke würden die Züge überproportional Verspätungen aufbauen und den Zuglauf anderer Züge auf ihrer Fahrt behindern.

Bahnsprecher verweist auf Alternativen

Der Ausfall von Zughalten solle zusätzliche Fahrzeitreserven schaffen, teilt Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis mit. Eine andere Lösung sei wegen des bundesweiten Fahrplangefüges mit Einbindung in große Knotenpunkte wie Hamburg oder Frankfurt nicht möglich. Die Pünktlichkeit, die sich seit Beginn der baubedingten Umleitung stark verschlechtert habe, solle wieder stabilisiert werden. Mit den verbleibenden etwa vier ICE- und IC-Abfahrten pro Stunde sei Göttingen weiterhin direkt sehr gut ans Fernverkehrsnetz angebunden. Fernreisenden von und nach Göttingen würden innerhalb von 15 bis 25 Minuten alternative Reiseverbindungen sowohl in und aus Richtung Hamburg als auch Frankfurt zur Verfügung stehen. Frankfurt, Hannover, Hamburg und München seien weiterhin sowohl direkt als auch mit Umsteigen erreichbar. Nicht betroffen sei die ICE-Linie Göttingen-Hildesheim-Braunschweig-Magdeburg-Berlin. „Manchmal weicht die Praxis von der Theorie ab“, antwortet Meyer-Lovis auf die Frage, ob die Entwicklung auf der Umleitungsstrecke nicht absehbar gewesen sei.

„Ab 15. Dezember gilt für den Bahnhof Göttingen wieder das umfangreiche Regelangebot von mehr als 100 Fernverkehrshalten am Tag“, sagt Meyer-Lovis. Zudem werde eine bestehende Fahrplanlücke im ICE-Stundentakt auf der Achse Berlin-Göttingen-Frankfurt geschlossen. Statt bisher nur freitags bis sonntags würden die ICE-Fahrten um 13.51 Uhr aus Berlin und um 14.08 Uhr nach Berlin dann täglich verkehren: „Das bedeutet für Göttingen so viele ICE-Direktverbindungen von und nach Berlin wie nie zuvor.“

Von Kuno Mahnkopf

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