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Göttingen "Nummer gegen Baustellen-Kummer"
Die Region Göttingen "Nummer gegen Baustellen-Kummer"
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00:17 24.03.2017
Von Michael Brakemeier
Standort für das Kunstquartier in der Düsteren Straße. Quelle: Pförtner (Archiv)
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Göttingen

Es könnte laut werden, wenn Ende März die Arbeiten für das neue Kunsthaus in der Düsteren Straße beginnen. Vorsorglich und wenn auch eher symbolisch verteilt die Stadtverwaltung an Anwohner, Einzelhändler und deren Kunden Ohrstöpsel.

Gleichzeitig hat sie aber für mögliche Beschwerden im Zusammenhang mit der Baustelle oder für Fragen dazu die "Nummer gegen Baustellen Kummer" unter 0551 / 4002621 eingerichtet. Auch die E-Mail-Adresse hochbau@goettingen.de kann dafür genutzt werden. 

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Viel historische Substanz soll erhalten bleiben

Der Zeitplan für den Bau des Galeriegebäudes sieht wie folgt aus: Nach der Sicherung der am Ende fünf Meter tiefen Baugrube beginnen im Mai archäologische Grabungen auf dem Gelände. Bis zu einer Tiefe von 1,5 Meter schauen die Archäologen genau, interessante Funde werden aber auch noch bis in einer Tiefe von drei Metern erwartet.  

Ebenfalls im Mai beginnen Sanierungsarbeiten am Haus Düstere Straße 8. Von dem zu Beginn des 16. Jahrhunderts gebauten Haus soll möglichst viel historische Substanz erhalten bleiben. An ihm schließt sich später das Galeriegebäude an. Die Erdarbeiten für das neue Galeriegebäude sollen bis September abgeschlossen sein, so dass ab Oktober mit dem Rohbau begonnen werden kann. Die Grundsteinlegung ist für November geplant, das Richtfest für Februar. Ende 2018 soll das neue Galeriegebäude offiziell übergeben und eröffnet werden.

Jury entscheidet bis August

Ebenfalls noch im März beginnen die Planungen für die Gestaltungen des künftigen Innenhofes, in dem es auch wieder einen 400 Quadratmeter großen Spielplatz geben soll. Inzwischen hat die Stadtverwaltung vier Planungsbüros beauftragt, ihre Ideen dazu bis April einzureichen. Bei einem Workshop können Bürger ihre Ideen vorbringen, die in die Entwürfe einfließen sollen. Eine Jury, unter anderem besetzt mit Bürgern, Politikern und Verwaltungsmitarbeitern, entscheidet bis spätestens August über die Entwürfe.

Für den künftigen Kunsthaus-Betrieb plant die Verwaltung, nach Auskunft von Kulturdezernentin Petra Broistedt,  eine Gemeinnützige GmbH (gGmbH) zu gründen. Diese habe den Vorteil, dass für Spenden steuerwirksame Bescheinigungen ausgestellt werden könnten. Als Gründungsdirektor des Kunsthauses soll Verleger Gerhard Steidl, der vor neun Jahren gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) das Projekt Kunstquartier erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, "das Kind aus der Taufe heben und den Stein zum Rollen bringen", wie Broistedt formulierte.

Steidls Kontakte zu Künstlern in aller Welt sollen ein attraktives Ausstellungsprogramm zwischen Fotografie und Video, Zeichnung und Druck, Buch- und Plakatkunst sichern. Steidl stehen zu Beginn Ute Eskildsen als Beraterin und Kuratorin und Joshua Chuang als Gastkurator zur Seite. Für drei Jahre sollen sie arbeiten, um dann die Leitung des Hauses abzugeben. 

Broistedt wünscht sich, dass ein "offenes Haus für alle" entsteht. "Mit möglichst langen Öffnungszeiten und möglichst günstigen Eintrittspreisen. Am besten sogar kostenlos." 

Alle Infos der Stadtverwaltung zum Kuqua hier:  www.kuqua.goettingen.de