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Göttingen Immer mehr digitale Plattformen für Göttingen und die Region
Die Region Göttingen Immer mehr digitale Plattformen für Göttingen und die Region
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09:34 15.04.2020
Tageblatt-Leserin Gisela Brill hat das aktuelle Geschehen in Form einer Collage verarbeitet, die aus Bildern und Texten der Berichterstattung zur Corona-Situation aus den vergangenen drei Wochen besteht. Quelle: r
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Göttingen / Südniedersachsen

Die Region hält zusammen – das gilt mehrere Wochen nach dem Inkrafttreten der Kontaktbeschränkungen umso mehr. Anfang April hat das Tageblatt schon einmal verschiedene Portale vorgestellt, die kostenlose Einträge für örtliche Unternehmen anbieten. Das Ziel dabei ist, Aufmerksamkeit bei potenziellen Kunden und Konsumenten zu erzeugen und auch auf kreative Modelle hinzuweisen, mit denen Firmen in der Corona-Krise ihren Betrieb aufrecht erhalten wollen.

Die Anzahl der Einträge auf den bereits vorgestellten Portalen dein-goettingen.de, goeliefert.de und regional-kann-das.de ist in den vergangenen Tagen und Wochen immer weiter angewachsen. Auch die Tageblatt-Plattform gturl.de/supportyourlocal enthält inzwischen eine Vielzahl von Angeboten.

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Darüber hinaus hat das Tageblatt mittlerweile gemeinsam mit starken Partnern eine weitere Initiative an den Start gebracht: „KiSN“ ist die Abkürzung für „Kultur in Südniedersachsen“. Unter der Adresse gturl.de/kisn bringt die Kampagne Künstler und Publikum zusammen, und zwar auf virtuellen Bühnen.

Geschäfte, Gastro und Kultur

Kultur steht auch bei anderen Portalen im Fokus. So gibt es beispielsweise auf göttingen-hält-zusammen.de verschiedene Kategorien wie „Geschäfte“, „Cafés und Bäckereien“, „Restaurants“ – aber eben auch „Sport und Kultur“. Wer in Zeiten von Corona seine Angebote bekannt machen will, kann hier – genau wie auf den anderen erwähnten Seiten – einfach und kostenlos einen Eintrag erstellen. Nach einer Prüfung wird dieser freigeschaltet und für Nutzer öffentlich sichtbar gemacht.

Auch die Göttinger Innenstadt-Vertretung Pro City hat mit einkaufen-in-goettingen.de ein Portal an den Start gebracht, bei dem tagesaktuell einsehbar ist, welche Geschäfte trotz Schließung weiterhin liefern oder sogar einen eigenen Online-Shop anbieten.

„Corona in Göttingen – wer liefert in der Krise?“ fragt auch die Seite goettingenbringts.de, die sich ebenfalls dafür einsetzt, Unternehmen bei der Existenzssicherung in schwieriger Zeit zu helfen. Hier wird unterschieden nach „Gastronomie“, „Dienstleistungen“, und „Waren“.

Angebote nicht nur in Göttingen

Natürlich gibt es solche Portale nicht nur in Göttingen. Auch in der Nachbarschaft ist die Hilfsbereitschaft groß, wie ein Blick etwa auf osterode-ist-stark.de oder auf witzenhausen.shop zeigt. Praktisch überall versuchen Menschen, der jeweiligen regionalen Wirtschaft zu helfen, und das oftmals ehrenamtlich. Spürbar ist dabei stets ein starker Lokalbezug: Non-Profit-Portale mit überregionalem Ansatz wie helpyourlocal.de stoßen offenbar auf weniger Resonanz als lokale Plattformen.

Die Region hält zusammen! Quelle: Tageblatt

Viele Unternehmen sind regional auf gleich mehreren dieser Hilfsportale verzeichnet – und setzen somit auf eine möglichst große Reichweite während der Krise. Auch wenn die Situation für viele schwierig ist, gibt es durchaus Optimismus.

Das Einzelhandelfachgeschäft „Sperling – Mode und Natur“ ist zum Beispiel ein kleines Familienunternehmen, das seit 37 Jahren am Markt ist und nun in kurzer Zeit einen eigenen Online-Shop entwickelt hat. „So eine Situation wie diese haben wir noch nie erlebt. Wir sind nun vor wenigen Tagen online gegangen unter sperling-goettingen.de mit unserem Shop“, so Geschäftsinhaberin Marie Arends. „Auch eine Videoberatung finden wir interessant, aber soweit sind wir noch nicht", sagt sie.

Gestärkt aus der Krise heraus

#supportyourlocal Quelle: Tageblatt

Arends ist überzeugt, dass jetzt kreative Lösungen gefunden werden müssen. Ihrer Meinung nach könne sogar sein, dass der Einzelhandel gestärkt aus dieser Krise heraus gehe und konkurrenzfähiger zum bisherigen Online-Handel werde: „Eine starke Online-Plattform für die ganze Stadt ist nun gefragt, die über einen hohen Bekanntheitsgrad in Göttingen verfügt, um den lokalen Einzelhandel zu unterstützen. Ansätze wie einkaufen-in-goettingen.de, goeliefert.de oder #supportyourlocal vom Göttinger Tageblatt gibt es schon, darauf lässt sich nun aufbauen. Wir müssen bereits bestehende Strukturen nutzen“, appelliert Arends. Und sie blickt optimistisch in die Zukunft: „Wenn wir nun alle solidarisch sind, können wir das schaffen.“

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Von Markus Riese