Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Chronik: Diese Bombenfunde hat es in Göttingen gegeben
Die Region Göttingen Chronik: Diese Bombenfunde hat es in Göttingen gegeben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:16 08.10.2019
Bombenfund an der Güterbahnhofstraße Quelle: Alciro Theodoro Da Silva
Anzeige
Göttingen

Nach dem erneuten Fund eines möglichen Blindgängers auf dem Göttinger Schützenplatz werden Erinnerungen an frühere Funde wach. Die Chronik der Blindgänger-Funde liest sich wie eine Göttinger Zeitreise durch die Nachkriegsjahrzehnte. Leider gingen nicht alle Entschärfungsversuche glimpflich aus.

12. August 1947: Am Schützenplatz detoniert eine am 1. Januar 1945 niedergegangene Fliegerbombe, ohne Schaden anzurichten. Zwei weitere Blindgänger werden gefunden.

18. Dezember 1952: Bei Gleisarbeiten am Güterbahnhof finden Arbeiter eine Sechs-Zentner-Bombe. Ein Bombenräumkommando entschärft sie.

März 1953: Am Ascherberg wird eine Fliegerbombe gefunden.

21. April 1953: In einem Schrebergarten am Schützenplatz explodiert eine 250-Kilo-Bombe und reißt einen Krater von sechs Metern Durchmesser und vier Metern Tiefe. Ein Räumkommando rückt an und findet in fünf Meter Tiefe auf dem Hof des Städtischen Betriebsamts eine weitere Bombe, die am 29. April entschärft wird.

7. August 1953:Bei Baggerarbeiten in der Leine neben der Brücke der Eisenbahnstrecke Göttingen-Bodenfelde stoßen Arbeiter auf eine Fliegerbombe.

8. Oktober 1962:Bei Baggerarbeiten wird an der Weender Landstraße eine vier Zentner schwere Fliegerbombe entdeckt. Sie wird von einem Räumkommando entschärft. Dort waren bereits 1945 insgesamt 13 Bomben gefunden worden.

24. Oktober 1968: In der Godehardstraße explodiert ein Blindgänger.

Bombenentschärfungen erleben Göttinger wohl nicht so häufig wie Bewohner anderer Städte – doch hier hat sich eine der größten Tragödien zugetragen.

12. November 1980: Zwei amerikanische Zehn-Zentner-Bomben werden an der Autobahn bei Groß Ellershausen entschärft. Die A 7 wird gesperrt.

6. September 1988: Auf dem Schützenplatz wird eine 500-Kilo-Bombe entschärft. Anhand von Luftaufnahmen werden weitere Blindgänger gefunden.

22. Dezember 1992:Auf dem Schützenplatz explodiert eine Fliegerbombe.

17. Februar 1993: Ein Bombenräumkommando findet eine weitere Bombe. Sie wird in der Feldmark Königsbühl gezündet.

30. Dezember 1998: Ein Linienbus wird durch eine Explosion an der Pfalz-Grona-Breite zerstört. Ursache: wahrscheinlich eine Fliegerbombe.

26. Juni 1999: Am ICE-Gleis unter der Brücke am Rinschenrott werden zwei Fliegerbomben gefunden. Eine Fünf-Zentner-Bombe wird vor Ort entschärft, die zweite, zehn Zentner schwere Bombe muss gesprengt werden.

27. Mai 2010: Auf dem Schützenplatz wird eine Zehn-Zentner-Bombe entschärft.

Bombenfund auf dem Schützenplatz im Jahr 2010 Quelle: Alciro Theodoro Da Silva

1. Juni 2010:Vor der Entschärfung explodiert an gleicher Stelle ein Zehn-Zentner-Blindgänger. Drei Mitglieder des Räumkommandos werden getötet. Die Schwester eines der ums Leben gekommenen Mitarbeiters des Kampfmittelräumdienstes wendet sich später mit einem offenen Brief an die Tageblatt-Leser – und dankt ihnen mit rührenden Worten für die große Anteilnahme und viele tröstende Worte.

Juli / August 2010: Sogenannte „Sondierungsbohrungen“ an insgesamt 30 zuvor definierten Verdachtspunkten sollen Erkenntnisse über mögliche weitere Blindgänger bringen. Gefunden wird zunächst jedoch nichts.

26. April 2011:An der Güterbahnhofstraße neben dem Netto-Markt wird eine fünf-Zentner-Bombe entschärft. Im Umkreis von 1000 Metern wird das Gebiet evakuiert – wie schon bei den vorherigen Einsätzen des Kampfmittelräumdienstes in Göttingen.

Mehr zum aktuellen Bombenfund hat die Stadt am Montag bekanntgegeben.

Von hein / mr

Am Schützenplatz in Göttingen vermutet die Stadtverwaltung eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Am Sonnabend, 12. Oktober, soll der Blindgänger, sofern sich der Verdacht erhärtet, geborgen werden.

07.10.2019

Zu einer „Live-Hacking-Show“ lädt das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport für Dienstag, 8. Oktober, ab 17 Uhr in die Göttinger Lokhalle ein. Bei freiem Eintritt soll unter anderem gezeigt werden, wie leicht sich Betrüger in Smartphones einhacken können – und noch einiges mehr.

07.10.2019

Investoren und Vermieter haben eine besondere Liebe zu Studenten entwickelt. Die lassen sich auf vergleichsweise wenig Wohnraum unterbringen und zahlen dafür hohe Mieten. Ein Forscher der TU Dresden untersucht das am Beispiel der Stadt Göttingen.

07.10.2019