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Göttingen Impressionen aus dem alten Grone
Die Region Göttingen Impressionen aus dem alten Grone
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18:07 16.07.2009
Die Kasseler Landstraße 1928: von Apfelbäumen gesäumt.
Die Kasseler Landstraße 1928: von Apfelbäumen gesäumt. Quelle: EF
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„Ich wollte eigentlich nur Fischekraut sammeln“, erzählt Karl Podworny vom Heimatverein und zeigt im Buch das Bild der alten Gronebrücke am Schülerstieg. Über sie führte einst sein Schulweg. Unterhalb befand sich ein Steg, von wo aus der Junge nach Wasserpflanzen angelte. Lebhaft erinnert er sich, wie er einmal das Gleichgewicht verlor und samt Tornister im Bach landete. „Ich machte auf dem Weg nach Hause einen Umweg, in der Wahnvorstellung unterwegs zu trocknen“, berichtet er.

Die Volksschule befand sich damals im Greitweg, berichtet die Vorsitzende des Vereins, Doris Hesse. Bis 1911 hatten die kleinen Groner in einem Haus in der Schulstraße Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt. Das Gebäude neben der Kirche St. Petri ist 1988 abgerissen worden. Die Schulstraße ist mittlerweile nach Heinrich Warnecke benannt worden, Grones Bürgermeister der Jahre 1947 bis 1964.

Verschwundenes Fachwerk

Podwornys alte Schule im Greitweg dient seit 1990 als Bürgerhaus. Dort stehen auch dem Heimatverein Räume zur Verfügung. Mittlerweile gibt es in Grone zwei Schulen, eine Grund- sowie eine Haupt- und Realschule, die beide in der Backhausstraße ansässig sind. Das Backhaus, das der Straße einst den Namen gab, stand früher auf dem Grundstück Hausnummer 3 nahe dem Grone-Bach.

Eindrucksvoll ist ein Bild der Kasseler Landstraße von 1928. Göttingens wichtige Verkehrsachse war damals noch gepflastert. Rechts und links wuchsen Apfelbäume. Ein Foto zeigt die Kohlehandlung Sösemann in der Kasseler Landstraße 53. Sie ist dem Autohaus Südhannover gewichen. Der Band dokumentiert das Verschwinden weiterer Fachwerkhäuser. Erhalten geblieben ist das 1798 errichtete Haus in der Schäfergasse 1, wo einst Grones letzter Schäfer lebte. Seine Tochter, Ottilie Seidel, leitet derzeit mit 95 Jahren die Plattdeutsch-Gruppe des Heimatvereins. Seidel gehört zu den Herausgebern.

Das Buch gibt es bei der Volksbank, Backhausstraße, und bei Toto/Lotto Frank Aulepp, Krugstraße, für 5 Euro.

mic