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Göttingen Demonstration am Göttinger Bahnhofsvorplatz gegen digitale Überwachung
Die Region Göttingen Demonstration am Göttinger Bahnhofsvorplatz gegen digitale Überwachung
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19:30 28.07.2013
Von Ulrich Schubert
Appell zum Schutz der Privatsphäre: Demonstranten am Bahnhof.
Appell zum Schutz der Privatsphäre: Demonstranten am Bahnhof. Quelle: Heller
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Göttingen

Unterstützt wurden die Aktionen von verschiedenen Organisationen, unter ihnen die Grünen, die Linkspartei und die Piraten.

Nur langsam kommen die Demonstranten aus dem Schatten der Bäume hervor, auf dem Betonplatz ist es fast unerträglich heiß. Die roten Fahnen und schwarzen Spruchbänder hängen schlapp im Wind und wirken kraftlos wie ihre Träger. Ihr Applaus für die Botschaften und Forderungen der Redner aber ist kraftvoll.

„Stop watching us“, rufen sie immer wieder und protestieren damit scharf gegen international genutzte Überwachungsprogramme, die E-Mails und andere Datenträger in Massen ausspionieren.

„Wir wollen in einer Welt leben, in der private und intime Daten nicht gespeichert werden“, zitierte Organisator Ulrich Uhr aus einer Göttinger Erklärung. „Wir wehren uns gegen alle Versuche, den gläsernen Bürger zum Ziel zu haben“, sagte für die Göttinger Linken Gerd Nier, „damit würde dem Missbrauch Tor und Tür geöffnet“.

Bei der Kritik gegen Spähprogramme gehe es nicht um technische Fragen, argumentierte für die Grünen im Kreis Göttingen Marie Kollenrott: „Es geht um Grundrechte, Freiheit und Glaubwürdigkeit.“ Die Bundesregierung habe ihre Glaubwürdigkeit verloren, weil sie die Ausspähdienste selbst nutze, statt ihre Bürger zu schützen.

Die von den Geheimdiensten vorgegebene Sicherheit und Freiheit durch Spionage sei nur eine vermeintliche, ergänzte Pirat Meinhart Ramaswamy. Alle Redner forderten darüber hinaus Schutz, Freiheit und Solidarität für Edward Snowden und andere Whistleblower.