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Göttingen In Hann. Münden endet die Aktion „9 x 24-Haussanierung“
Die Region Göttingen In Hann. Münden endet die Aktion „9 x 24-Haussanierung“
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21:00 06.10.2013
Von Britta Eichner-Ramm
Endspurt am Sonntag: Noch immer wird am Haus Speckstraße 7 gearbeitet. Quelle: Heller
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Hann. Münden

Dabei sollte das mittelalterliche Fachwerkhaus in der Speckstraße 7, durch einen Brand vor allem im Dachbereich stark beschädigt, durch freiwillige Helfer in nur neun Tagen wieder bewohnbar gemacht und vor dem Abriss gerettet werden.

Auf Initiative von Bernd Demandt hat die eigens gegründete Bürgergenossenschaft „Mündener Altstadt“, in deren Vorstand Demandt sitzt, die Immobilie für 20 000 Euro erworben. Das historische Gebäude soll für Kunst und Kultur genutzt werden.

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Demandt zog am Sonntagnachmittag, zum Abschluss der Aktion „9 x 24-Haussanierung“ ein durchweg positives Fazit: „Wir haben es zwar nicht geschafft“, sagte er und freute sich über die „Wahnsinnsbeteiligung“ der vielen freiwilligen Helfer.

„Das zog sich wie ein roter Faden durch die ganze Aktion“, so Demandt. Er lobte das stressfreie Miteinander aller Beteiligten – eine tolle Gemeischaftsaktion“ – und kündigte an, dass die Haussanierung weiter gehen werde.

Die Helfer, viele von ihnen arbeiteten beim Endspurt am Sonntag noch tatkräftig auf der Baustelle, sind von der Aktion begeistert. Und sie kamen aus ganz Deutschland.

Am Sonntag endete offiziell die Aktion „9 x 24-Haussanierung“ im Rahmen des Denkmalkunst-Festivals in Hann. Münden. ©Hinzmann

Hier packten jung wie alt, Fachmann und Hobbyhandwerker gemeinsam an – der 80-jährige Maurer Günter Kampe aus Hofgeismar ebenso wie der 14-jährige Johann Hobein aus Immenhausen, der selbstständige Schreiner Kayh Bonstein aus Frankfurt ebenso wie der Mündener Kripobeamte Michael Bölleke.

Sie alle haben Freude an der gemeinsamen Arbeit – „obwohl sie dafür kein Geld bekommen“, bezeichnet Bonstein die Aktion als „Experiment auch auf sozialer Schiene“. „Wenn es um alte Fachwerkhäuser geht, bin ich immer dabei“, beschreibt Holger Hobein, Maler, Restaurator und Vater des 14-jährigen Johann seinen Beweggrund, auf der Baustelle Wände zu verputzen.

Nach neun Tagen ist zwar das alte Gemäuer in der Speckstraße noch nicht bezugsbereit. Dennoch: Die Bilanz sei beachtlich, sagte Christina Hinzmann, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

Den Wert der Materialspenden beziffert sie auf rund 50 000 Euro, die Arbeitsleistung von Architekten, Handwerkern und Helfern habe einen Wert von 200 000 Euro. Bei der Abschlussparty am Sonntagabend stand für alle Beteiligten fest: „Wir machen weiter.“