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Göttingen In den Kapellen fällt der Putz von der Wand
Die Region Göttingen In den Kapellen fällt der Putz von der Wand
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19:35 02.09.2009
Der Beton bröckelt, der Schimmelpilz wuchert: Dieter Kamm (links) zeigt die Schäden an der Dransfelder Friedhofskapelle.
Der Beton bröckelt, der Schimmelpilz wuchert: Dieter Kamm (links) zeigt die Schäden an der Dransfelder Friedhofskapelle. Quelle: CM
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Schlimm sind die Schäden an der Friedhofskapelle in Dransfeld. Auf der Eingangstreppe wuchern Pilze. Innen platzt der Putz von den nassen Wänden. Die Zierbalken aus Beton, die auf der Rückseite des Gebäudes Schutz vor Sonne bieten sollen, zerbröseln. Passiert nichts, könnten sie eines Tages herabstürzen. Wasserschäden gibt es auch in den meisten anderen Kapellen. Stark betroffen sind vor allem Wände, die zum Berghang stehen.

Klagen über die Wege zur Kapelle gibt es in Meensen und Barlissen. Beide Friedhöfe liegen am Hang. Die Befürchtung: Sargträger und alte Menschen könnten ausrutschen. In Barlissen, wo Bürger vor der Eingemeindung in Eigenleistung die schönste Friedhofskapelle der Samtgemeinde errichteten, ist der Graspfad besonders lang, steil und uneben.

Der Samtgemeindebürgermeister Thomas Galla (parteilos) kündigte an, dass die Verwaltung die Kosten für eine Lösung der Probleme ermitteln werde. Alle Investitionen müssten aber über die Gebühren wieder hereingeholt werden, gab er zu bedenken. Ein Vorbild könnte Imbsen sein, wo der Verschönerungsverein den Weg zur Kapelle hergerichtet hat.

In Varlosen will die Samtgemeinde auf einer Wiese neben dem Friedhof einen Parkplatz anlegen. Das Grundstück ist bereits gekauft. Bisher stehen die Autos bei Beerdigungen an der Straße. Das ist eigentlich verboten und führt immer wieder zu gefährlichen Situationen, führte Galla aus.

Friedhöfe überdimensioniert

Der Bürgermeister machte in Varlosen auf die großen ungenutzten Flächen aufmerksam. Das gilt für viele Friedhöfe. Der Bedarf pro Einwohner ist von früher 6,5 Quadratmetern auf heute 2,5 Quadratmeter gesunken, erläuterte Galla. Hinzu komme, dass die Bevölkerungszahl zurückgehe. Die ungenutzten Flächen müssten aber in die Gebührenkalkulation miteinbezogen werden. Darunter litten die Bürger. Seine Idee: Die Friedhöfe sollen kleiner werden. Einzelne Ausschussmitglieder widersprachen sofort.

Die Verwaltung soll nun Kosten für die Sanierung ermitteln, verlangte der Ausschussvorsitzende Dieter Kamm (SPD). Die Politiker werden dann im Oktober über die Prioritäten beraten.

Von Michael Caspar