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Göttingen In der Weende sollen wieder Flusskrebse schwimmen
Die Region Göttingen In der Weende sollen wieder Flusskrebse schwimmen
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20:02 18.11.2010
Von Gerald Kräft
In der Weende: Neue Chance für den Flusskrebs?
In der Weende: Neue Chance für den Flusskrebs? Quelle: EF
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Ab 1880 führte die Pilzinfektion auch in Mitteleuropa fast zum vollständigen Aussterben der heimischen Krebsarten. Heute steht der Deutsche Flusskrebs auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Wenn es nach dem Weender Ortsrat geht, sollen Flusskrebse wieder die Weende besiedeln. Die Stadtverwaltung solle in Kooperation mit dem Angelsportverein prüfen, ob Chancen für eine erfolgreiche Neuansiedlung vom Weendespring bis zur Gemarkungsgrenze oder in Teilabschnitten bestehen, hatten die CDU/FDP-Gruppe und die Grünen vorgeschlagen.

Einen Versuch sei es wert, bewertet Ortsbürgermeister Hans Otto Arnold (CDU) den Vorstoß. Von älteren Weendern sei zu hören, dass es früher einen reichen Bestand gegeben hätte. In der Begründung wird angeführt, dass die Weende mit ihrem frischen Quellwasser und stellenweise durch Bewuchs geschützten Verlauf offenbar gute Voraussetzungen für eine große Krebspopulation geboten hatte. Da sich an Rahmenbedingungen und Wasserqualität nichts geändert habe, sei eine Neuansiedlung vielversprechend.

Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert war der Europäische Flusskrebs gängiges Nahrungsmittel, Mönche schätzten ihn als Fastenspeise. Er kam so reichlich vor, dass sogar Junkern untersagt wurde, ihren Dienstboten mehr als an drei Tagen pro Woche Krebse aufzutischen. Dann machte die Krebspest von amerikanischen Krebsen ihnen den Garaus.