Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Muslimische Gemeinde will Bild vom Islam aufwerten
Die Region Göttingen Muslimische Gemeinde will Bild vom Islam aufwerten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:59 20.03.2019
Imam Habib Nasir (li.) neben dem Gründer der muslimischen Gemeinde der Ahmadiyya, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad. Quelle: Meinhard
Anzeige
Göttingen

Schaut auf die Propheten. So lautet in Kurzform die Botschaft der muslimischen Ahmadiyya Gemeinde in Deutschland. Wenn es um die Frage nach einer besseren Welt und den Weg dorthin geht, sei der von allen Propheten aller Religionen immer wieder genau beschrieben worden – man müsse diese Personen nur eben ernst nehmen. Die Mitglieder der Gemeinde sind derzeit in vielen Städten aktiv, sie verteilen Flyer und laden Passanten ein, sich an Infoständen über den Islam allgemein und insbesondere über die Glaubensrichtung der Ahmadiyya zu informieren. In Göttingen gab es bereits am 15. März am Gänseliesel einen solchen Infostand. Diese Aktion soll am 8. Mai, 19. Juni und 17. Juli an eben diesen Ort wiederholt werden. Darüber informierte am 20. März der Imam der Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ), Habib Nasir.

„Der Messias ist da“

„Wir wollen ein besseres Bild über den Islam vermitteln“, erklärt der Theologe zum Hintergrund der jetzt angelaufenen Kampagne. Die steht unter dem Motto „Der Messias ist da“. Für die Gläubigen der in Deutschland rund 48000 Mitglieder zählenden Gemeinde steht nämlich fest, dass mit ihrem Imam Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad der Messias auf Erden war. Ahmad, der von 1835 bis 1908 lebte, ist der Gründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat und – so erklärt es Habib Nasir - der von allen Weltreligionen verheißene Reformer der Endzeit. Was nichts weniger bedeute, als dass sich in der Verkörperung von Ahmad der Geist von Jesus Christus, vom Avatar der Buddhisten, vom Krishna der Hinduisten und vom Imam Mahdi der Muslime vereinigt habe. Nach seinem Erscheinen werde es zum Frieden auf Erden noch 300 Jahre dauern.

Klare Rollenverteilung

Jesus von Nazareth gilt für die Ahmadiyya, wie für alle muslimische Glaubensrichtungen, zwar als großer Prophet. „Aber für uns war er nicht Gott“, benennt Nasir den Unterschied zum Glauben der Christen. „Wir sind eine Reformgemeinde“, sagt der in Frankfurt/Main lebende Imam. Anliegen der Ahmadiyya sei es, die ursprünglichen Lehren des Islam zu verkündigen, die da unter anderem lauten: „Barmherzigkeit gegenüber allen Menschen. Liebe für alle, Hass für keinen.“ Es sei auch ein Irrtum davon auszugehen, dass der Islam Menschen anderen Glaubens bekehren wolle. Das sei aus dem Koran nicht ableitbar - im Gegenteil. „Wir stehen ein für die Trennung von Staat und Religion sowie für die Gleichberechtigung von Mann und Frau“, sagt Nasir, fügt aber auch hinzu: „Aber wir haben eine Rollenverteilung und Geschlechtertrennung.“ Das erklärt dann wohl auch, weshalb ihm zur Seite nur Männer sitzen.

Probleme mit anderen Muslimen

Nasir lobt die Göttinger Gemeinde: „Sie ist sehr aktiv“, sagt er. Seinen Angaben nach ist die AMJ in Hessen und Hamburg anerkannte Körperschaft des öffentlichen Rechts und besitze damit Kirchenstatus. Mit der jetzt gestarteten Infokampagne werde Bürgernähe gesucht, um Ängste und Vorurteile abzubauen. Mit dem Infostand am Göttinger Markt sei das bereits gut gelungen, vor allem junge Leute und mutmaßlich Studenten seien mit den Gemeindemitgliedern der Ahmadiyya ins Gespräch gekommen. Nein, Probleme gebe es mit den Vertretern anderer Religionen keine, wenn, dann am ehesten mit Muslimen, die einer anderen Glaubensrichtung angehören als die Ahmadiyya.

Friedensbaum am Kiessee

Flyer sollen das ganze Jahr über in fast allen Ortschaften der Region verteilt werden, es werde auch Veranstaltungen mit ausgewählten Thematiken geben. Außerdem sollen Friedensbäume gepflanzt werden, etwa am 18. April, 17 Uhr, am Göttinger Kiessee. Im Kern, betont der Imam, trage der Koran eine ganz klare Friedensbotschaft. „Wir wollen ein besseres Bild über den Islam vermitteln“, sagt Nasir. Er legt allen, die Fragen haben, die Telefonnummer 0800 210 77 58 ans Herz. Die Hotline sei 24 Stunden geschaltet, Theologen stünden hier für Antworten bereit.

Von Ulrich Meinhard

Göttingen Paritätischer Kindergarten Grone - Mit Tablet durch den Kindergarten

Der Paritätische Kindergarten in Grone hat seinen Kindergartenkindern und Eltern einen neuen Image-Film vorgestellt. Besonders daran: Vier der Kindergartenkinder haben den Film selbst gedreht.

20.03.2019

Die Diskussion um die Finanzierung für Deutsches Theater (DT) und Göttinger Symphonie Orchester (GSO) und künftige Zuschüsse des Landes geht weiter. Der SPD-Unterbezirk verweist auf das Engagement der SPD und sieht Kulturminister Björn Thümler (CDU) in der Pflicht.

20.03.2019

Die Sanierung der Stadthalle in Göttingen wird zehn Millionen Euro teurer als zunächst geplant. Die Göttinger Stadtverwaltung hält trotzdem an der Erhaltung der Stadthalle fest, mehrere Ratsparteien sind allerdings dagegen.

23.03.2019