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Göttingen Inkasso-Anwalt verzockt sich
Die Region Göttingen Inkasso-Anwalt verzockt sich
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12:34 21.01.2011
Von Matthias Heinzel
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Zuletzt habe ihm die Sparkasse Osnabrück 2010 eine Kontoeröffnung verweigert, und der Druck der Strafanzeigen sei zu groß geworden, so Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Göttinger Verbraucherzentrale. Nach Presseberichten sollen gegen den Osnabrücker Anwalt mehr als 4000 Strafanzeigen vorliegen.

Tausende Verbraucher, auch aus der Region, habe der „Handlanger der Internet-Abzocker mit Klageandrohungen überzogen“, sagt Körber. Das Tageblatt berichtete in der Vergangenheit über mehrere Fälle, in denen Tank Druck auf Verbraucher ausgeübt hatte. Eine Rolle beim Rückzug des Droh- und Inkasso-Anwalts könnte ein für die Branche fatales Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt/Main gespielt haben. Unter dem Aktenzeichen 1 Ws 29/09 stuften die Richter Internet-Angebote mit versteckten Preishinweisen als gewerbsmäßigen Betrug ein – Mindeststrafe sechs Monate Haft.

Die Verbraucher-Abzocke durch Abo-Fallen im Internet ist in den vergangenen Jahren zu einem Millionengeschäft geworden. Dies nicht zuletzt aufgrund der zögerlichen Haltung verschiedener Gerichte: Oft wurden Klagen mit dem Hinweis abgewiesen, die Hereingelegten hätten den Hinweis auf die Kosten im Kleingedruckten lesen können. Immer mehr Richtern genügen diese Hinweise, die oft farblich kaum vom Hintergrund abweichen oder außerhalb des oberen Seitenausschnitts und damit weit von der Schaltfläche fürs Weiterklicken entfernt sind, nicht mehr.

Die Verbraucherzentrale rät weiterhin, unberechtigten Forderungen per Einschreiben, bei Firmensitz im Ausland per E-Mail oder Fax zu widersprechen. Danach muss nur noch auf gerichtliche Mahnbescheide reagiert werden – die fast nie kommen.

(Update 2: Fehler korrigiert)