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Göttingen Innenstadt-Straßen: Steinplatten statt Asphalt
Die Region Göttingen Innenstadt-Straßen: Steinplatten statt Asphalt
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18:38 15.11.2010
Von Ulrich Schubert
Nach 30 Jahren reif für ein Lifting: die Jüdenstraße zwischen Barfüßer Straße und Ritterplan – hier mit Blick in Richtung Norden.
Nach 30 Jahren reif für ein Lifting: die Jüdenstraße zwischen Barfüßer Straße und Ritterplan – hier mit Blick in Richtung Norden. Quelle: Hinzmann
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Andere City-Straßen sind bereits saniert, jetzt sollen in der Barfüßer Straße der Abschnitt zwischen Weender Straße und Wilhelmsplatz sowie in der Jüdenstraße der Bereich zwischen Barfüßer Straße und Ritterplan folgen. Die favorisierte optische Variante: breite Gehwege mit Natursteinplatten, für die Fahrbahn abschnittsweise heller Asphalt und kleinformatige Platten.

Selten waren sich die Ratspolitiker im Bauausschuss so schnell einig. Mit der Variante 2a für die Jüdenstraße bauen sie zwar teurer, werden aber auch den Wünschen der Anwohner gerecht. In der Sitzung warnten Sprecher der Bürgerinitiative „Jacobiviertel“ vor einer Asphaltdecke im Fahrbahnbereich. Das wirke zwischen den optisch abgesetzten Fußwegen für Busse, Taxen und andere Fahrzeuge wie eine „Rennstrecke“ – zu Lasten der Fußgänger. Es gerate schnell in Vergessenheit, das alle betroffenen Abschnitte als reine Fußgängerzone ausgewiesen seien, auch der Busring auf der Jüdenstraße.

Die Planer der Stadtverwaltungen hatten zwei Grundvarianten für die Straßengestaltung ausgearbeitet. Dabei ist die Fahrbahn für Busse, Autos und Radfahrer immer 3,50 Meter breit. Die Fußwege und Bereiche „vor den Schaufenstern“ sollen mit großformatigen Natursteinplatten belegt werden. Grundsätzlich bevorzugt die Fachabteilung der Stadt auf den Abschnitten mit Busverkehr allerdings einen Asphaltbelag in der Mitte, er hat eine größere Tragfähigkeit. Nur die Barfüßer Straße von der Weender bis zur Jüdenstraße soll auch hier mit – dann kleinformatigen – Platten versehen werden.

Die Varianten 1 und 2 unterscheiden sich in erster Linien durch die Fußwege an der Jüdenstraße. Variante 1 sieht den breiteren von zwei Gehwegen auf der Westseite vor – also auf der Kirchenseite. In Variante 2 liegt der breitere Gehweg mit Fahrradständern und Platz für Außengastronomie auf der Ostseite – wo auch die meisten Läden und Gastwirtschaften sind. Und sie ermöglicht ein paar zusätzliche Bäume.

Variante 2 fand sofort Zuspruch bei den Ausschussmitgliedern und Zuschauern – allerdings in einer Version 2a: Danach soll die Fahrbahn der gesamten Barfüßer Straße mit Platten statt Asphalt versehen werden, ebenso die Jüdenstraße im Bereich der Jacobikirche. Einziger Haken: Sie ist etwas teurer, und die Politiker appellierten an die Planer, günstige Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen.

Für die Grundvarianten 1 und 2 veranschlagt die Verwaltung jeweils Baukosten in Höhe von 1,595 Millionen Euro (ohne Kanalarbeiten). Variante 2a würde etwa 1,67 Millionen Euro kosten. Bezogen auf die Variante 2 müsse die Stadt etwa 440 000 Euro selber aufbringen, so die Verwaltung. 357 500 Euro könnten über Zuschüsse der EU gedeckt werden. 707 500 Euro müssten nach dem Kommunalabgabengesetz auf Anlieger umgelegt werden.