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Göttingen Inspiziert und sortiert: Fundstücke unterm Hammer
Die Region Göttingen Inspiziert und sortiert: Fundstücke unterm Hammer
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18:26 07.07.2009
Hat allerlei Fundstücke im Angebot: Erich Hennecke will auch diese Werkzeuge an den Mann oder die Frau bringen.
Hat allerlei Fundstücke im Angebot: Erich Hennecke will auch diese Werkzeuge an den Mann oder die Frau bringen. Quelle: Hinzmann
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Im Lagerraum in den Katakomben des Neuen Rathauses stehen etliche Umzugskisten und Stapelkörbe bereit – säuberlich beschriftet mit Informationen zum Inhalt. Erich Hennecke hat die vielen Fundsachen für die morgige Versteigerung vorbereitet. Es handelt sich dabei um Dinge, die bis Jahresende 2008 abgegeben wurden. Was nach einem halben Jahr vom Eigentümer nicht abgeholt wurde, kommt unter den Hammer. „Man muss die Sachen sichten und sortieren“, erklärt er. „Alles wird nochmal angeguckt“, jede Tasche, jeder Rucksack geöffnet und inspiziert.

Vor allem wird aussortiert, was nicht verkauft werden soll. Hennecke schmunzelt und zieht aus einer Schublade eine Packung mit Liebesspielzeug. „Alles was im weitesten Sinne mit Sexualität zu tun hat, versteigern wir nicht“, kommentiert er das Beispiel.

Immer mehr Plagiate

Auch der Karton mit einem mehrteiligen Marken-Topfset bleibt von der Versteigerung ausgeschlossen. Hennecke: „Das ist gefälschte Ware, die wir nicht verkaufen dürfen.“ Immer mehr Plagiate würden im städtischen Fundbüro landen, berichtet Hennecke: Uhren, Sportsachen oder eben Töpfe. Aussortiert werden auch Alkoholika oder Zigaretten. Mehrere Flaschen Glühwein, Whisky und Schnaps, die im Lagerraum des Fundbüros stehen, „werden vernichtet“, versichert der Leiter des Fundbüros. „Wir schütten das weg.“

Bei den Auktionen ist der wortgewandte und humorvolle Hennecke in seinem Element. Die potenziellen Käufer hat er dabei immer im Blick. „Ich habe Spaß daran, mit den Menschen spielerisch umzugehen“, sagt der 60-jährige Versteigerungsprofi. Die ältere Dame bekomme dabei vielleicht schneller den Zuschlag als etwa der professionelle Flohmarktbeschicker.

Flotte Verkaufssprüche fallen Hennecke spontan ein. „Die Leute müssen erst einmal warmlaufen“, lacht er. Dazu haben die Fundbüro-Mitarbeiter wieder einige „Fundtüten“ gepackt. Bei diesen „Wundertüten“ komme bei vielen die Kindheit durch, so Henneckes Erfahrung. Später kommen dann Taschen, Tüten, Etuis und viele anderen Fundstücke – diesmal mehr als 200 Teile – an die Reihe. Zu den Besonderheiten, die morgen feilgeboten werden, zählen etwa mehrere Feuerlöscher, zwei Bohrmaschinen, eine elektrische Nähmaschine und ein Jagdfernglas. Mal sehen, wie gut Henneckes Geschäfte diesmal gehen…

Die Fundsachen-Versteigerung im Neuen Rathaus findet am Donnerstag, 9. Juli, von 9 bis 17 Uhr im hinteren Teil des Foyers im Erdgeschoss statt. Eigentumsanmeldungen sind noch bis Mittwoch, 8. Juli, 12 Uhr, im Fundbüro möglich.

Von Britta Eichner-Ramm