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Göttingen Team Sudan gewinnt Finale gegen El Medina Moschee
Die Region Göttingen Team Sudan gewinnt Finale gegen El Medina Moschee
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13:59 23.09.2019
Ideengeber Rodi Abdalla (vorn) mit dem Siegerteam aus dem Sudan beim Interkulturellen Fußballturnier auf der Sportanlage am Greitweg. Quelle: R
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Göttingen

„Wir haben Menschen von allen Kontinenten hier, unzählige Nationalitäten“, sagt Özlem Demirel. Der langjährige Jugendtrainer sitzt schwitzend in der Spätsommersonne neben dem Fußballplatz am Greitweg vor einem großformatigen Spielplan, während eine Traube von Spielern in verschiedensten Sprachen auf ihn einredet. Demirel gehört zum Organisationsteam des Interkulturellen Fußballturniers, das am Sonntag im Rahmen der Interkuturellen Woche auf dem Platz von Sparta Göttingen veranstaltet wurde.

Die Idee, möglichst viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Nationen durch den Sport miteinander in Kontakt zu bringen, hatten die drei Brüder Rodi, Mohamed und Cudi Abdalla. Die Betreiber des Sinem-Markets bekamen Rückendeckung durch die Stadt und andere Institutionen. Gemeinsam gelang es in relativ kurzer Zeit, die Rosdorfer Al-Rida und die Göttinger Ditib-Gemeinde, die El-Medina Moschee, das Zentrum der Eziden und das DRK als Unterstützer zu gewinnen.

Interkulturelles Fußballturnier 2019

„Bereicherung für Göttingen

Yasemin Arslan arbeitet bei der Flüchtlingssozialarbeit der Stadt Göttingen. Sie steht am Spielfeldrand und feuert ihre Jungs vom Team Multikulti Afrika an. Viele sagen über sie, dass ohne ihr Netzwerk und organisatorisches Talent die Veranstaltung in der Kürze der Zeit nicht machbar gewesen wäre. Sie verrät, dass alle Einnahmen des Turniers für Göttinger Flüchtlingsprojekte gespendet werden. Und damit möglichst viel zusammenkommt, stehen am Rand des Spielfelds zahlreiche Stände.

Hier gibt es internationale Speisen und Getränke, dort werden Kinder geschminkt oder anderweitig bespaßt. Am Rande stehen Infostände der Stadt Göttingen, der Beschäftigungsförderung und des Bildungsträgers Outlaw Kassel. Deren Standortleiterin Elvan Tekindor-Freyjer begrüßt die Teilnehmer mit einem sehr persönlichen Statement. „Ich war auch mal fremd in dieser Stadt. Ich hatte keine Familie und keine Freunde hier.“ Nach 15 Jahren sei sie angekommen, lebe gerne hier. „Das heutige Turnier soll ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass Menschen unterschiedlichster Kulturen eine Bereicherung für Göttingen sind.“

„Faires Miteinander“

Die Gemeinden zusammenzubringen sei bereits ein wichtiger Schritt gewesen, betont Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler in seinem Grußwort. Fußball habe eine große integrative Kraft. Gemeinsame Begeisterung und grenzübergreifend gültige Regeln machten ein Miteinander ohne gemeinsame Sprache möglich. In einer Stadt mit 156 Nationalitäten sei das Verständnis für Kulturen und Herkünfte sehr wichtig, so Köhler weiter. Sein Wunsch für das Turnier: ein ehrgeiziges und faires Miteinander.

Und ehrgeizig geht es trotz der Temperaturen auf dem Platz tatsächlich zu. Die acht Mannschaften zeigen den rund 600 Zuschauern durchaus ansehnlichen Sport und liefern sich spannende Duelle. Allerdings erweist sich dabei einmal mehr, dass Fußball nicht nur integrativ sondern auch stark emotionalisierend wirken kann. Und so ist es den Veranstaltern in einem der Halbfinals nur mit Mühe möglich, nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung die Gemüter der Beteiligten zu beruhigen.

Am Ende gewinnen alle

Nach einer Disqualifikation und einer längeren Unterbrechung kann es schließlich weitergehen, ohne dass es zu körperlichen Auseinandersetzungen kommt. Schließlich setzt sich im Finale Team Sudan gegen die El-Medina Moschee durch. Gefeiert wird gemeinsam, und für das abschließende Jubelfoto der afrikanische Ballzauberer legt sich Ideengeber Rodi Abdalla einfach mit aufs Bild. Denn gewonnen haben trotz des für alle unerfreulichen Zwischenfalls am Ende alle. Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

Von Markus Scharf

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