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Göttingen Interview mit Zauber-Weltmeister Marc Weide
Die Region Göttingen Interview mit Zauber-Weltmeister Marc Weide
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14:47 31.01.2019
Der Zauberer Marc Weide. Quelle: r
Göttingen

Der Zauberkünstler und Entertainer Marc Weide tritt am Sonntag, 3. Februar, im Jungen Theater in Göttingen auf. Weide ist seit seiner frühen Jugend als Zauberer aktiv und hat bereits zahlreiche Wettbewerbe und Preise gewonnen. Spätestens seit seinem ersten Platz bei der Weltmeisterschaft der Zauberkunst in Südkorea 2018 gilt der 27-Jährige als einer der besten deutschen Zauberer. Vor seinem Auftritt konnte das Tageblatt mit ihm sprechen.

Herr Weide, Sie bezeichnen ihr Programm als „Salon-Magie“. Was genau ist das?

Damit ist eine gewisse Größenordnung des Publikums gemeint: Ein Auftritt mit einer überschaubaren Zahl an Gästen, damit die Zuschauer dem Zauberer noch auf die Finger schauen können. Den Charme dieses Formats macht aus, dass es sehr persönlich ist und ich das Publikum mit einbinden kann. So ist jede Show anders und jeder Abend gestaltet sich ein bisschen selbst – je nach Gästen. Ein wenig, wie eine private Wohnzimmer-Show.

Wird das auch in ihrer neuen Show „Hilfe, ich werde erwachsen“ so sein?

Ja, das wird bei mir wohl immer so bleiben. Ich versuche, für jedes Programm einen „roten Faden“ zu finden. Dabei möchte ich nicht einfach nur Tricks vorführen, der Abend soll eine Theatralik haben. Bei meinem aktuellen Programm „Hilfe, ich werde erwachsen“ geht es zum Beispiel darum, wie man erwachsen wird, warum man erwachsen werden sollte, aber warum es auch wichtig ist, ab und zu mal wieder Kind zu sein. Ich habe nach einem Thema gesucht, dass mich auch beschäftigt und irgendwie widerspiegelt. Ich finde, dass man durch die Zauberei wirklich Kind bleibt. Ich glaube, wenn man Leidenschaft für ein Thema hat, kann man das auch vermitteln.

Sie sind bereits seit ihrer frühen Jugend als Zauberer aktiv und haben schon zahllose Auftritte hinter sich – haben Sie nach all der Zeit noch Lampenfieber?

Lampenfieber ist immer noch da, jeden Abend. Das ist einfach der Respekt vor dem Publikum und dem Theater. Weil natürlich jeder Abend anders sein kann. Ich merke meistens so in den ersten 30 Sekunden auf der Bühne, wie der Abend laufen wird. Ob ich kämpfen muss, ob das ein leichter Einstieg wird oder nicht. Deshalb komme ich jeden Abend raus und spreche erst mal mit den Leuten, etwas Smalltalk halten. Etwas Schwingungen für die Leute, das Haus und den Abend.

Dann war Ihre Performance zur Weltmeisterschaft Südkorea sicher besonders aufregend für Sie, oder?

Ich war aber noch nie so aufgefegt wie bei dem Auftritt in Südkorea. Ich hatte das Gefühl, man konnte durch meinen Brustkorb mein Herz schlagen sehen. Alles auf Englisch und dann auch noch vor Zauberfachleuten auftreten. Für den Auftritt blieben nur zehn Minuten Zeit und auf alles wurde geachtet: Sprache, Kleidung, Technik, Präsentation, Umgang mit dem Publikum. Es ist wirklich schwer, alles perfekt zu machen und gleichzeitig sympathisch zu wirken.

Hat denn schon mal ein Trick nicht geklappt?

Bei der Premiere meines aktuellen Programms hatte ich die Idee, einen großen Plüsch-Teddybären auf die Bühne zu setzen. Die erste Hälfte lehnte er einfach nur an einem Stuhl. Während der Pause schlüpfte ich dann heimlich in den Teddy. Zum Anfang der zweiten Hälfte hörte man ein Tonband mit meiner Stimme: „Hallo Leute, ich bin gerade noch in der Garderobe und ziehe mich um, aber ich hole schon mal eine Zuschauerin auf die Bühne“. Die Zuschauerin sollte dann meinen Anweisungen folgen. Ihre Aufgabe war es, frei irgendeinen Begriff zu sagen. Was sie auch tat. Das Tonband sagte daraufhin, dass genau dieser Begriff in einem Umschlag stehe, den der Teddy trägt. Und während das Tonband das sagte, saß ich im Teddy und stellte fest, dass ich diesen Umschlag wegen der Aufregung in der Garderobe vergessen habe. Aber das Tonband lief natürlich wie geplant weiter. „Kannst du den Umschlag sehen, der beim Teddy hängt?“ – „Nein, da ist kein Umschlag“ – „Großartig, dann nimm ihn jetzt in die Hand“. Das Publikum war sehr verdutzt. Dann stand ich im Teddy-Kostüm auf und sagte: „Witzige Geschichte: Der Umschlag ist noch in der Garderobe.“ Das war so ein Riesen-Lacher – alle dachten, das gehörte dazu. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt, aber die Leute fanden es unterhaltsam.

Wie geht es jetzt nach Ihren großen Erfolg in Südkorea weiter? Möchten Sie Ihre internationale Präsenz ausbauen?

Südkorea das war eigentlich erst der Startschuss: Dadurch habe ich Anfragen aus vielen Ländern bekommen. Das ist richtig toll und ich versuche, so viele davon wie möglich wahrzunehmen, jedoch kollidieren sie oft mit meinen Terminen in Deutschland. Es stehen in naher Zukunft zum Beispiel Zauberer-Kongresse in Russland und Schweden an.

Marc Weide tritt am Sonntag, 3. Februar, Jungen Theater, Hospitalstraße 6, in Göttingen mit seinem Programm „Hilfe, ich werde erwachsen“ auf. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Tickets sind bei verschiedenen online Vorverkaufsstellen ab 23 Euro erhältlich.

Von Max Brasch

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