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Göttingen Irreführende Polizeistatistik
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16:24 29.06.2018
Der Historiker Michael Wolffsohn. Quelle: dpa/dpaweb
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Göttingen/Berlin

„Wenn ich mich in meinem jüdischen Bekanntenkreis umhöre“, sagte der renommierte deutsch-jüdische Historiker Michael Wolffsohn kürzlich der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), „dann sagen alle das Gleiche: Gewalt gegen Juden geht ausschließlich von Muslimen aus.“ Der Grund: „Wir haben eine immer größer werdende muslimische Minderheit, die sich radikalisiert.“

Doch wie kommt es, dass immer wieder behauptet wird, diese Gewalt gehe vorrangig von Rechts aus? Im vergangenen Jahr legte der Unabhängige Expertenkreis Antisemitismus einen Bericht dazu vor. Fremdenfeindliche und antisemitische Straftaten, heißt es darin, würden grundsätzlich immer dann dem Tatbereich „Politisch motivierte Kriminalität Rechts“ zugeordnet, „wenn keine weiteren Spezifika erkennbar“ und „keine Tatverdächtigen bekannt geworden sind“. Mit anderen Worten: Wenn die Tat nicht aufgeklärt werden kann, sind automatisch Rechte die Täter, auch wenn es dafür keine Belege und Hinweise oder sogar andersgerichtete Indizien gibt. Außerdem landeten viele solcher Vorfälle unter dem Stichwort «Israel-Palästina-Konflikt» in einer anderen Statistik, derjenigen für politisch motivierte Kriminalität. „Damit“, betonen die Autoren des Berichts, „entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis.“

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„Militant antizionistische Ideologie“

Wolffsohn dazu: „Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen.“ Araber brächten vielfach „eine militant antizionistische Ideologie mit“.

Und wie Jacqueline Jürgenliemk, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Göttingen, sieht Wolffsohn eine Mitschuld auch auf deutscher Seite. Allerdings weniger von rechter als eher von linker Seite: „Teile der Mehrheitsgesellschaft haben sich mit antijüdischen und antizionistischen Extremisten aus Arabien identifiziert, vor allem Linke.“

Von Matthias Heinzel

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