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Göttingen Irritation um Essenszuschuss für Schulen im Kreis Göttingen
Die Region Göttingen Irritation um Essenszuschuss für Schulen im Kreis Göttingen
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16:00 24.11.2017
Der Landkreis Göttingen zahlt für Mittagessen an seinen Schulen einen Zuschuss – allerdings nicht an Schulen in freier Trägerschaft wie die St.-Ursula-Schule in Duderstadt. Quelle: Oliver Thiele
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Göttingen

Schulen in privater Trägerschaft bekommen vom Landkreis Göttingen keinen Essensgeld-Zuschuss. Das gelte auch für die katholische St. Ursula-Schule in Duderstadt, versichert die Kreisverwaltung. Damit weist sie anders lautende Behauptungen aus dem Kreiselternrat zurück.

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Das hatte Mitglieder des Kreiselternrates mächtig verärgert: Nach ihren Informationen soll die Integrierte Gesamtschule (IGS) des Bistums Hildesheim zeitweise und inoffiziell vom Landkreis Göttingen Zuschüsse für das Mittagessen ihrer Schüler bekommen haben. Anderen Schulen in freier Trägerschaft hingegen werde diese Zuwendung seit Jahren verwehrt, beklagten sie. Nicht, dass die Kritiker aus dem Kreiselternrat der Schule das missgönnten, betonte ein Mitglied. Die Elternvertreter verschiedener Schulen würden darin aber eine verdeckte Subvention für die von Schließung bedrohten St.-Ursula Schule sehen, und vor allem eine Ungleichbehandlung anderer Schulen. Mehrfach hatte der Kreiselternrat in der Vergangenheit auch Essensgeldzuschüsse für Schüler aus der Region gefordert, die eine Göttinger Schule besuchen.

Im Schulausschuss des Kreistages machten sie ihrem Unmut Luft. Die Verwaltung allerdings wies ihre Behauptungen scharf als schlicht falsch zurück. Auch auf Nachfrage bestätigte Pressesprecher Ulrich Lottmann: „Nein, die St.-Ursula-Schule bekommt vom Landkreis keinen Essensgeldzuschuss und hat auch in der Vergangenheit keinen bekommen.“

Fehlinterpretierter Sachkostenzuschuss?

Unklar ist, woher die Fehlinformationen bei den Elternvertretern stammt. Kreisverwaltung und der Vorsitzende des Kreiselternrates, Holger Sparbier, vermuten inzwischen ein Missverständnis. Der Kreis habe der St.-Ursula-Schule früher Zuschüsse für reine Sachkosten überwiesen, bestätigte Lottmann. Diese seien 2011/12 ausgelaufen. Berichte aus dem Schulumfeld und der Kreisverwaltung über diese einstigen Zuwendungen könnten zu der Fehlannahme geführt haben, dass damit auch das Mittagessen für die Ganztagsschüler subventioniert worden sei, vermutet Sparbier.

Tatsächlich zahle der Landkreis Zuschüsse für Mittagessen an Ganztagsschulen, erklärte Lottmann - unabhängig von gesetzlich vorgeschriebenen Zuwendungen für Bedürftige nach Sozialgesetzbuch. Die freiwilligen Zuschüsse gebe es aber für Schüler, die eine Ganztagsschule in Trägerschaft des Landkreises besuchen - und das unabhängig von ihrem Wohnort. Im Altkreis Osterode werde der Essenspreis durch einen Pauschalbetrag an den Lieferanten reduziert. Im Altkreis Göttingen bekomme der Lieferant einen Zuschuss für tatsächlich ausgegebenen Essen. Hier betrage der Zuschuss ein Euro je Essen, aber nur, wenn das Essen mehr als 2,50 Euro je Portion kostet.

87100 Euro für Essengeldzuschuss geplant

Im Entwurf für den nächsten Kreishaushalt sind nach Angaben Lottmanns 87100 Euro für Essensgeldzuschüsse vorgesehen. In Trägerschaft gibt es 21 weiterführende Schulen mit Ganztagsangeboten.

Frühere Vorschläge, den Zuschuss auch auf Stadtschulen, Grundschulen und Schulen in freier Trägerschaft auszuweiten, seien abgewiesen worden, so Lottmann. Denn nach einer Kostenberechnung alleine für den Altkreis Göttingen vor vier Jahren müsste der Kreis diese freiwillige Leistung um 310 Prozent aufstocken.

Von Ulrich Schubert

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