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Göttingen Jan O. muss lebenslang ins Gefängnis
Die Region Göttingen Jan O. muss lebenslang ins Gefängnis
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19:00 27.06.2011
Von Matthias Heinzel
„Unvorstellbare Grausamkeit“: Jan O. (rechts) mit seinem Verteidiger Markus Fischer.
„Unvorstellbare Grausamkeit“: Jan O. (rechts) mit seinem Verteidiger Markus Fischer. Quelle: Heller
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Göttingen/Bodenfelde

Der 26-jährige, damals schon straffällige und drogen- und alkoholkranke Jan O. hatte im November 2010 in Bodenfelde die 14 Jahre alte Nina und den 13-jährigen Tobias grausam umgebracht. Die Tat des in seiner Persönlichkeit schwer gestörten Mannes, so das Gericht, sei ein „Exzess der Gewalt“ in einer „unvorstellbaren Dimension“ gewesen.

Mit seinem Schuldspruch ging das Gericht über den Antrag der Staatsanwaltschaft auf 15 Jahre Haft hinaus. Begründung: Bei der sexuell motivierten Tötung des Mädchens sei eine verminderte Steuerungsfähigkeit nicht ausgeschlossen, vor der Tötung von Tobias jedoch habe Jan O. bewusst überlegt und entschieden, den Jungen als möglichen Zeugen seiner Taten auszuschalten.

Noch einmal referierte das Gericht in seiner ausführlichen Urteilsbegründung die schwer erträglichen Details des Mordes an der 14-jährigen Nina. Mit stoischem Blick und in starrer Haltung hörte sich Ninas Mutter, als Nebenklägerin im Gerichtssaal anwesend, die furchtbaren Schilderungen an.

Jan O. hingegen reagierte gelöst und mit verhaltenem Grinsen auf die vielen Foto- und Fernsehkameras vor Beginn der Sitzung. Urteil und Urteilsbegründung ließ er ohne sichtbare Regung über sich ergehen. Richter Ralf Günther ging abschließend auf die vor allem vom Tageblatt geübte Kritik am Ausschluss der Öffentlichkeit während der Aussagen des Angeklagten ein. Günther erklärte, die Kammer habe sehr wohl über den Ausschluss beraten. Die Öffentlichkeit sei, „soweit das irgendwie möglich war“, zugelassen gewesen.

Vor Verhandlungsbeginn hielt der Verein für Opferschutz und Strafgerechtigkeit aus Northeim eine Mahnwache vor dem Gerichtsgebäude ab. Die Vereinsvorsitzende Elke Krebs befürchtet, dass Jan O. im Wege der Revision ein milderes Urteil erreichen könnte.

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