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Göttingen Jobverlust wegen Rabattsystem
Die Region Göttingen Jobverlust wegen Rabattsystem
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20:08 26.11.2010
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Eingelöst wurden die Bonuspunkte für zwei Fernseher und eine Spielekonsole. Die Güteverhandlung vor dem Göttinger Arbeitsgericht blieb gestern ohne Erfolg.
Zwei der drei Mitarbeiter haben einen Aufhebungsvertrag unterschrieben, nachdem das Bonustreiben von einem weiteren Mitarbeiter zufällig aufgedeckt wurde. Ein dritter Mitarbeiter weigerte sich, einen entsprechenden Vertrag zu unterzeichnen – ihm wurde fristlos gekündigt.

Rechtsanwalt Markus Thiele, der das Studentenwerk vertritt, verteidigt das Vorgehen seiner Mandantin: „Hier wurde schwerwiegend gegen arbeitsvertragliche Pflichten verstoßen.“ Damit gehe ein Vertrauensverlust einher. Die drei ehemaligen Mitarbeiter hätten über einen Zeitraum von etwa einem Jahr gut 43 000 Prämienpunkte bei dem Online-Anbieter „foodservicereward.com“ gesammelt. Die erworbenen Punkte hätten die Mitarbeiter, die im Lager und im Einkauf arbeiteten, dann gegen zwei LCD-Fernseher im Wert von jeweils 600 Euro, „beziehungsweise 15 000 Punkten“ und eine Wii-Konsole eingelöst.

Die beiden Mitarbeiter, die den Aufhebungsvertrag unterschrieben haben, wehren sich nun dagegen. Ihr Vertreter, der Göttinger Rechtsanwalt Mathias Melzer, trägt vor, dass der Arbeitgeber mit einer arglistigen Täuschung seine Angestellten zur Unterschrift gebracht habe. Melzers Angebot, sich regulär zu trennen, wurde von Seiten des Studentenwerks kategorisch ausgeschlossen. Das sei „auf gar keinen Fall“ möglich, so Thiele. Darüber hinaus kündigt Thiele an, dass sich das Studentenwerk weiterhin offenhält, die beiden Mitarbeiter bei der Staatsanwaltschaft anzuzeigen. Der dritte – gekündigte – Mitarbeiter lässt sich von Rechtsanwalt Michael Vockenberg vertreten. In diesem Fall, so deuten es beide Seiten in der Verhandlung an, sei eine gütliche Einigung noch möglich. Die Bedingungen sollen bis Weihnachten eroiert sein.

In anderen Göttinger Großküchen ist das Rabattmarken-Problem unbekannt. Im Klinikum, so Marcus Bühre, Geschäftsführer der UMG Gastronomie, halte man sich zum Beispiel an ausgewählte System-Lieferanten. Dort gäbe es keine Rabatt-Angebote.

luk