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Göttingen Jürgen Trittin spricht mit Göttinger Schülern
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00:24 17.11.2018
Jürgen Trittin spricht im Max-Planck-Institut. Quelle: CH
Göttingen

Das gemeinsame Europa sei ein Versuch, nach Jahrhunderten von Kriegen gegeneinander dafür zu sorgen, dass es hier möglichst keine Kriege mehr gebe, sagte Trittin. Die Finanzkrise habe vor zehn Jahren gezeigt, dass nationales Handeln zu mehr und nicht zu weniger Problemen führe, deren Folgen bis in die Gegenwart zu spüren seien.

Gemeinsames Handeln sei auch beim Vorgehen gegen den Klimawandel vonnöten. Trittin verwies auf Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration, wonach es bei einem globalen Anstieg der Temperaturen um mehr als zwei Grad jedes Jahr 150 Millionen Klimaflüchtlinge geben werde. Um Probleme zu lösen, „muss man Gewicht haben“. 500 Millionen Europäer hätten mehr Gewicht als sieben Millionen Belgier oder 80 Millionen Deutsche. Trittin: „Das ist für mich der Grund, warum wir dieses Europa stärken müssen.“ In Europa seien die Emissionen im dritten Jahr in Folge gleich geblieben, verdeutlichte er den Handlungsbedarf.

Thema Diesel

Auf Nachfrage von Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) und der Arnoldischule kam Trittin auch auf das Thema Diesel zu sprechen. Weil Diesel gegenüber Benzin bei der Besteuerung „privilegiert“ worden sei, werde er umso profitabler, je mehr gefahren werde. Fahrverbote seien nur eine „Notreaktion“, die von Gerichten verhängt worden seien, „weil politisch Verantwortliche nicht dafür gesorgt haben, dass die Gesetze, die sie selber gemacht haben, eingehalten werden“. Die deutsche Automobilindustrie sei mit ihrer Wette auf den Diesel für die Welt „auf die Nase gefallen“. Dies müsse umgesteuert werden, wenn es nicht massenhaft Arbeitsplätze besonders in Niedersachsen kosten soll.

Ein Beispiel für das Zusammenspiel von Menschen und Institutionen auf dem Kontinent ist das Projekt des Europäischen Sonnenteleskops (EST). Es soll Forschern ermöglichen, Details anschauen zu können. „Wir wollen uns auf kleine magnetische Strukturen konzentrieren und verstehen, wie die Energie durch die Sonnenatmosphäre transportiert wird und warum die Corona so viel heißer ist als die unteren Atmosphäreschichten“, benannte Feller Fragen, die mit dem EST beantwortet werden sollen.

Standort auf den Kanaren

23 Forschungsinstitute in 17 europäischen Ländern seien in dem Konsortium tätig, das sich um das Projekt kümmere. Die Europäische Union unterstütze die Vorbereitung mit Mitteln aus Forschungsförderprogrammen. Die zehnjährige Bauphase werde mehr als 200 Millionen Euro kosten, der jährliche Betrieb rund zwölf Millionen Euro. „Wenn alles glattgeht, soll in drei Jahren mit dem Bau angefangen werden“, berichtete Feller. Europäische Länder würden den Bau finanzieren. Standort sei auf den Kanarischen Inseln.

Der Mix aus Politik und Wissenschaft kam bei den Schülern gut an. „Es war super interessant“, meinte Yannick Stinus. Dem Göttinger habe es gefallen, mit einem „hohen Politiker“ zu reden und ihm Fragen stellen zu können, sagte der 17-jährige Schüler des THG. Es seien „keine leeren Argumente“ gefallen, meinte Julius Lahme. Der Politiker habe aus Sicht des 17-jährigen THG-Schülers nicht nur die Parteilinie vertreten.

Von Axel Artmann

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