Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Zahl der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen nimmt ab
Die Region Göttingen Zahl der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen nimmt ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:56 24.12.2018
Anzeige
Göttingen

Ausweislich der Daten der Landesstatistiker liegt die Zahl der Betroffenen auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Dennoch gab es 2017 mehr als 2000 jugendliche Komasäufer in Niedersachsen, teilt die Krankenkasse DAK mit: 2017 landeten 2055 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus.

Im vergangenen Jahr kamen 1178 Jungen und 877 Mädchen aus Niedersachsen im Alter zwischen zehn und 20 Jahren nach Alkoholmissbrauch in der Klinik. Das waren 59 weniger als im Jahr 2016. Die Zahl der männlichen Betroffenen sank im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent.

Anzeige

Stärkerer Rückgang bei Jungen

Bei Mädchen und jungen Frauen blieb die Anzahl der Betroffenen mit 875 nahezu gleich. Den größten Rückgang gab es bei den 10- bis 15-jährigen Jungen mit zehn Prozent. In dieser Altersgruppe kamen 2017 insgesamt 90 Rauschtrinker in die Klinik – zehn Kinder weniger als im Vorjahr. In der gleichen Altersgruppe gab bei den Mädchen einen Rückgang von 8,6 Prozent.

In den Krankenhäusern der Region fallen die Daten unterschiedlich aus. So verzeichnete das Evangelische Krankenhaus Weende im laufenden Jahr „keinen einzigen minderjährigen Patienten mit akuter Alkoholintoxikation als Aufnahmediagnose oder späterer Hauptdiagnose“, erklärt Krankenhaussprecher Stefan Rampfel. In allen Altersklassen habe es in diesem Zeitraum 52 Behandlungsfälle im Zusammenhang mit akuter Alkoholvergiftung gegeben.

77 Fälle in Göttingen

Im Göttinger Universitätsklinikum gab es mit 77 Fällen akuter Alkoholvergiftung von Personen im Alter zwischen zehn und 20 Jahren einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als es 88 Fälle gab. 2016 waren es noch 93 gewesen.

Dabei stieg die Zahl bei männlichen Kindern und Jugendlichen an: von 44 im Jahr 2017 auf 49 im laufenden Jahr. Bei den Mädchen war mit 44 auf 28 Fällen hingegen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Bei der Betrachtung der Altersgruppe von zehn bis 15 Jahren gab es einen leichten Anstieg von 20 auf 21 Fälle im laufenden Jahr. Bei den Jungen stieg die Zahl von neun auf zwölf, bei den Mädchen sank sie von elf auf neun.

Direkt ins Uni-Klinikum

Dass keine Fälle im Weender Krankenhaus zu verzeichnen waren, kann auch daran liegen, dass die Rettungsdienste das Uni-Klinikum in solchen Fällen direkt ansteuern, weil es dort eine Kinder- und Jugendklinik gibt. Von den anderen Krankenhäusern der Region in Northeim, Duderstadt und Hann. Münden waren keine Zahlen zu bekommen.

Um die Zahlen der Alkoholvergiftungen bei Kinder und Jugendlichen im Land weiter zu senken, starten die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann und die DAK-Krankenkasse im kommenden Jahr zum zehnten Mal die Aufklärungskampagne „Bunt statt blau“. Beim Wettbewerb „Kunst gegen Koma saufen“ sind Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln.

Von Matthias Heinzel