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Göttingen Jugendringe im Landkreis Göttingen bekommen neue Aufgaben
Die Region Göttingen Jugendringe im Landkreis Göttingen bekommen neue Aufgaben
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20:56 20.12.2018
Die Unterzeichnung im Kreishaus: In der ersten Reihe Armin Günther vom Jugendring Harzland, Frank Strieger vom Jugendring Münden und Günter Lutterberg vom Jugendring Eichsfeld mit der Fachdienstleiterin Ute Reichmann. Quelle: hö
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Göttingen/Osterode

Nötig geworden war die Umstrukturierung, weil der Altkreis Osterode ein ganz anderes Modell bei der Jugendförderung hatte, als die Verwaltung in Göttingen. In Osterode genoss der Jugendring Harzland eine weitreichende Unabhängigkeit: Er habe bei Anträgen beraten, über die Genehmigung entschieden und auch die Gelder ausgezahlt, schildert Ute Reichmann vom Fachdienst Kinder- und Jugendarbeit beim Landkreis Göttingen die Ausgangssituation.

Im Altkreis Göttingen war die Beantragung von Geldern für die Jugendarbeit anders geregelt: Die Kreisverwaltung habe die Vereine und Verbände bei Anträgen unterstützt und sich um Bewertung und Auszahlung gekümmert. „Wir waren vor allem eine Interessenvertretung“, fasst Frank Strieger vom Stadtjugendring Münden zusammen.

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Weil die Strukturen nun harmonisiert werden, können sich die Mündener und ihre Kollegen im Eichsfeld über einen deutlichen Bedeutungszuwachs freuen: Nach der am Mittwoch unterzeichneten Vereinbarung mit dem Landkreis übernehmen alle drei Jugendringe zukünftig die Beratung von Vereinen und Verbänden. Ziel sei es, dass die Papiere künftig fertig beim Landkreis eingereicht werden könnten, sagte Reichmann.

Während die Mündener und die Eichsfelder mit dem Modell eigenen Angaben zufolge zufrieden sind, hatte es im Harz für Verunsicherung gesorgt. „Ich habe das zunächst nicht gut gefunden“, sagte der Harzland-Vorsitzende Armin Günther über die Neuregelung. Sein Jugendring habe seinerzeit die Vergabe der Fördermittel von den teils überforderten Kommunalverwaltungen übernommen, was auch funktioniert habe. „Wir waren da stolz drauf“, so Günther.

Zunächst Skepsis im Altkreis Osterode

Auch bei den Vereinen und Verbänden im Altkreis Osterode stiftete die Umstrukturierung Unruhe. Bei Informationsveranstaltungen sei es zwischendurch heiß hergegangen, sagt Reichmann. Mit dem jetzt gewählten Modell sei aber ein Kompromiss gefunden worden. Denn der Jugendring Harzland bleibe der Ansprechpartner für die Belange von Vereinen und Verbänden – auch wenn letztendlich woanders die Entscheidung gefällt werde.

Mittlerweile hat sich auch der Jugendring Harzland mit der neuen Vereinbarung arrangiert. Die kurzen Wege blieben erhalten, sagte Silke Mursal-Dicty, die beim Jugendring Harzland für die Bearbeitung von Anträgen zuständig ist. „Wir wollen die Anträge mit den Vereinen und Verbänden auf den Punkt genau fertig machen“, so Mursal-Dicty. „Wir bekommen ja auch neue Aufgaben“, fügte Günther, der sein Amt demnächst aus persönlichen Gründen abgibt, hinzu.

So will der Landkreis den Jugendringen künftig ein deutlich höheres Budget für eigene Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Auch die zusätzlichen Personalkosten, die durch die neuen Beratungsangebote für Antragssteller in Hann. Münden und im Eichsfeld entstünden, sollen gegenfinanziert werden, kündigte Reichmann an. Sie wünschte sich zugleich mehr Geld für die Jugendarbeit, vor allem, wenn der Landkreis bald nicht mehr an das Entschuldungsprogramm Zukunftsvertrag gebunden sei.

Für den Landkreis fällt die Umstrukturierung nach Reichmanns Angaben kostenneutral aus, weil zugleich die bisherige Arbeit bei der Beratung von Antragsstellern wegfalle. Die entsprechenden Stellen haben die Jugendringe in Hann. Münden und im Eichsfeld bereits geschaffen. Und auch die Osteroder wollen nun über die Zukunft sprechen: „Die Jugendringe sollten untereinander im Kontakt bleiben und auch gemeinsame Vorhaben planen“, wünschte sich Günther.

Von Christoph Höland