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Göttingen Aufstieg in schwindelerregende Höhe
Die Region Göttingen Aufstieg in schwindelerregende Höhe
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18:47 20.07.2017
Bettina Lattke (von links), Kimya Helmke, Ciara Niwar, Leon Lautenbach, Torben Sobierey und Pouya Hosseinzadehkivi. Vorne in gelb: Nieke Udelhofen.
Bettina Lattke (von links), Kimya Helmke, Ciara Niwar, Leon Lautenbach, Torben Sobierey und Pouya Hosseinzadehkivi. Vorne in gelb: Nieke Udelhofen. Quelle: kf
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Die Kinder lernten: Bis 1921 wachten Türmer auf dem Nordturm von Johanniskirche über die Sicherheit der Stadt Göttingen. Nach dem Ende dieser Tätigkeit entstand dort eine Studentenwohnung, die 80 Jahre lang existierte und zu einem Göttinger Wahrzeichen wurde. Etliche Göttinger, Besucher und Touristen sind im Laufe der Jahre hinaufgestiegen - und nun auch die Mitglieder des Julius-Clubs.

Bettina Lattke führte die Kinder in die Halle, durch das Gemäuer und den Dachstuhl der Kirche. Dann wurde es anstrengend: Gemeinsam erklommen sie die 242 Treppenstufen hinauf zur Türmerwohnung. Bei Zwischenstopps bewunderten die jungen Entdecker das alte Gemäuer und das hohe Treppenhaus der Kirche. „Und hier kann einem nichts passieren?", fragte Leon Lautenbach. "Nein", sagte Lattke. Alles sei in der St.-Johannis-Kirche renoviert und abgesichert worden. Oben angekommen, staunten die Kinder über den Ausblick, der sich ihnen aus rund 70 Metern Höhe bot. „Ich kann sogar die Stadtbibliothek von hier aus sehen“, sagte Nieke Udelhofen, als sie durch die kleinen Fenster des Turms spähte. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis mussten die Kinder natürlich alle Stufen wieder hinabsteigen. Dafür warteten auf sie nach dem anstrengenden Rauf und Runter im Gemeindehaus von St.-Johannis kühle Getränke zur Erfrischung.

Lattke führt seit zehn Jahren Gruppen durch die St.-Johannis-Kirche. Für den Julius-Club der Stadtbibliothek machte sie nun mit der Besichtigung des Dachstuhls eine Ausnahme. „Denn eigentlich führe ich Kinder nicht hier durch, man muss hier nämlich auf Holzbrettern langlaufen, und das ist nicht immer einfach", erklärte sie. Daher war auch Sabrina Dalbert von der Göttinger Stadtbibliothek bei dem Aufstieg dabei. Sie vertritt die Öffentlichkeitsarbeit der Stadtbibliothek und kümmert sich unter anderem um Ausflüge des Julius-Clubs. „Normalerweise suchen wir uns Aktionen für die Kinder aus, die etwas mit den Büchern zu tun haben, die wir im Club mit ihnen lesen“, sagte Dalbert. Aber jetzt in der Sommerferien-Zeit müsse schon mal etwas Ausgefalleneres her. „Der Besuch der St.-Johannis-Kirche hat zwar nichts mit unserem Leseprogramm im Julius-Club zu tun, ist aber eine schöne und informative Abwechslung für die Kinder.“

Der Julius-Club ist ein Projekt der VGH-Stiftung und der Büchereizentrale Niedersachsen. Gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadtbibliothek Göttingen lesen die Julius-Club-Mitglieder unterschiedliche Bücher, können Bücher bewerten und gewinnen und einiges erleben.

Von Kimberly Fiebig