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Göttingen Werden bald E-Scooter durch Göttingen rollen?
Die Region Göttingen Werden bald E-Scooter durch Göttingen rollen?
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00:21 13.04.2019
E-Scooter sollen künftig auch in deutschen Städten für Tempo sorgen. Quelle: dpa
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Göttingen

In vielen europäischen Metropolen gehören Elektro-Tretroller zum Alltag, die Fahrrad- und Unistadt Göttingen könnten sie noch in diesem Frühjahr aufmischen. Der Stadtverband der Jungen Union (JU) hat die Stadtverwaltung bereits aufgefordert, sich für einen Modellversuch einzusetzen. Die sieht allerdings vorerst keinen Bedarf.

Polizeigewerkschaft ist skeptisch

Möglich wird die Zulassung von E-Scootern durch die vom Bundeskabinett bereits beschlossene und vom Bundesrat noch zu ratifizierende Novellierung der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung. Die schmeckt nicht allen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt vor einer neuen Konfliktzone, zumal E-Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit unter zwölf Stundenkilometern sich den Bürgersteig mit den Fußgängern teilen müssen. Die Polizei sehe sich außerstande, auch noch den rollenden E-Verkehr auf Bürgersteigen zu moderieren und zu kontrollieren, meint GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow und befürchtet „eine weitere Zuspitzung der bereits seit Längerem hitzigen Lage im innerstädtischen Straßenverkehr“.

Verkehrssicherheitsberater ist aufgeschlossen

Aufgeschlossen gegenüber E-Scootern zeigt sich hingegen Jörg Arnecke. Der Verkehrssicherheitsberater der Polizeiinspektion Göttingen merkt an, dass schnellere E-Scooter mit maximal 20 Stundenkilometern ein nahezu identisches Geschwindigkeitsniveau wie Fahrräder hätten und ebenfalls – wo vorhanden – Radwege und -streifen zu nutzen, ansonsten die Straße. Auf diese Modelle zielt auch der JU-Antrag ab, der noch vor dem Kabinettsbeschluss gestellt wurde. Die Forderung nach Sondergenehmigungen für E-Scooter würde mit der neuen Verordnung hinfällig, sagt Stadtverbandsvorsitzender Benedict Eberwien, nicht aber der Modellversuch „zum Anschub der innovativen und alternativen Antriebstechnologie“. Die Radweg-Infrastruktur in Göttingen biete dafür ideale Voraussetzungen.

Der Göttinger JU-Stadtverband will E-Scootern einen roten Teppich auslegen. Quelle: dpa

Die Universitätsstadt könne eine Vorreiterrolle übernehmen, meint Eberwien und regt eine Kooperation zwischen den Stadtwerken und einem Anbieter von E-Scootern an: „Es könnten Share-Points mit Ladesäulen eingerichtet werden, die Miet-Roller über eine App abgerechnet werden.“ Dabei könne man auf Erfahrungen und Know-How der noch jungen Branchen zugreifen: „Wir sehen in den Tretrollern großes Potenzial. Durch ihre Flexibilität, einfache Handhabung und umweltfreundliche Antriebstechnik sind sie ideal als ergänzendes Verkehrsmittel für Innenstädte geeignet.“

Stadtverwaltung will noch abwarten

„Mit dem Beschluss des Bundes, die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung zugunsten von E-Scootern zu ändern, ist es nicht mehr sinnvoll, in Göttingen einen Modellversuch durchzuführen“, meint hingegen Verwaltungssprecher Dominik Kimyon: „Zunächst gilt es, den weiteren Verfahrensablauf abzuwarten – insbesondere mit Blick darauf, wie die E-Scooter straßenverkehrsrechtlich eingestuft werden.“

Obwohl weder für Segways noch E-Scooter Helmpflicht besteht, empfiehlt Arnecke das Tragen eines geeigneten Helms. Segways dürfen ab 15 Jahren (mit Mofaprüfung/Fahrerlaubnis für alle nach dem 1.4. 1965 Geborenen) bereits auf Radwegen respektive Straßen genutzt werden. Kreis-, Landes- und Bundesstraßen bleiben tabu. Sogenannte Hoverboards dürfen weiterhin nur auf Privatgrundstücken bewegt werden. Arnecke weist auch auf die besonderen Gefahren von E-Bikes und Pedelecs durch Fehleinschätzungen der Geschwindigkeit hin. Bei 95 Prozent der knapp fünf Millionen Elektrofahrräder in Deutschland handele es sich um rechtlich als Fahrräder einzustufende Pedelecs mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit: „Elektrofahrräder, die auch ohne Treten eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h erreichen können, sind sogenannte E-Bikes und als Kraftfahrzeug einzustufen.“

Von Kuno Mahnkopf

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