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Göttingen Junges Theater: Aufsichtsrat muss nicht für Schaden haften
Die Region Göttingen Junges Theater: Aufsichtsrat muss nicht für Schaden haften
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09:56 18.06.2013
Von Matthias Heinzel
Quelle: Archiv
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Göttingen

Das Gericht urteilte allerdings nicht über die Frage, ob der Aufsichtsrat seine Pflichten verletzt habe, sondern erklärte, der Kläger, der JT-Insolvenzverwalter Burkhard Wegener, habe nicht ausreichend dargelegt, ob überhaupt ein Schaden eingetreten ist und ob Gelder pflichtwidrig verwendet wurden.

Der JT-Insolvenzverwalter hatte auf gut 62 000 Euro Schadensersatz geklagt. Mehrere Aufsichtsratsmitglieder hatten in dem Verfahren eingeräumt, dass sie niemals das Fehlen eines Jahresabschlusses moniert hätten.

Man habe zwar mehrfach deswegen nachgefragt, aber schließlich sei das Thema in Vergessenheit geraten. Auch einen Blick auf die Kontoauszüge hatte der Aufsichtsrat nicht für notwendig gehalten. Dies habe man nicht als Aufgabe des Aufsichtsrats angesehen. Und schließlich kam in dem Verfahren ans Licht, dass die Aufsichtsräte den zuletzt gültigen Gesellschaftervertrag, in dem ihre Aufgabe beschrieben wird, gar nicht kannten.

Abschlüsse 2007 bis 2009 gefälscht

Die Buchhalterin, die für die Pleite verantwortlich war, hatte die im Aufsichtsrat vertretenen Politiker und Funktionsträger schwer belastet. Unter anderem hätten sie die Schreib- und Rechenfehler in den gefälschten Abschlüssen 2007 und 2008 nicht bemerkt. Die Buchhalterin selbst hatte in ihrem eigenen Arbeitsgerichtsverfahren zugegeben, überhaupt keine Buchführung mehr gemacht zu haben und die Abschlüsse 2007 bis 2009 selbst gefälscht zu haben.

Sie hatte dafür den Prüfbericht eines Wirtschaftsberaters kopiert und mit eigenen Zahlen versehen, die vorgaukelten, dass das Theater sich bei steigenden Zuschauerzahlen trage. Dabei wiesen die Berichte jede Menge offenkundige Fehler auf.

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