Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Kante im Belag macht Markt zur Stolperfalle
Die Region Göttingen Kante im Belag macht Markt zur Stolperfalle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:17 26.09.2011
Sturzgefahr: Die Bordsteinkante im Probepflaster hat am Wochenende zu Stürzen geführt. Die Stadt hat inzwischen nachgebessert. Quelle: Vetter
Anzeige
Göttingen

Schuld ist eine drei bis vier Zentimeter hohe Kante, die später, so sehen es die Umgestaltungspläne des Planungsbüros Planungsbüros WES & Partner aus Hamburg vor, links und rechts der Straßenmitte in der Weender Straße verlaufen soll. Beim Gänselieselfest am Sonntag waren mehrere Besucher über die Kante gestolpert oder zum Teil schwer gestürzt. Skepsis und Unzufriedenheit über das neue Pflaster wurden mehrfach geäußert.

Die Stadtverwaltung bedauert die Unfälle vom Wochenende „außerordentlich“, sagt Sprecher Detlef Johannson auf Tageblatt-Anfrage. „Natürlich wollte dort niemand eine Stolperfalle schaffen, der Umbau von Straße und Platz soll ja im Gegenteil die Gehqualität erhöhen. Die Menschen haben sich aber zu Recht im Alten wie im Neuen Rathaus beschwert. Wir entschuldigen uns für die Probleme, die wir einigen Mitbürgerinnen und Mitbürgern ungewollt bereitet haben.“

Anzeige

Gestern Nachmittag hat die Stadt die Stolperfalle dann auch auf Anweisung von Stadtbaurat Thomas Dienberg entschärft. Auffällige weiße Markierungen weisen nun auf die Kante hin. „Da werden zwar viele Stadtraumgestalter eine pelzige Zunge bekommen – aber die Sicherheit der Menschen geht vor“, sagt Johannson. Seit gestern steht auch ein Schild dort, mit dem auf das Probepflaster und das Vorhaben hingewiesen wird. Wegen des Gänselieselfestes sei eine frühere Aufstellung nicht möglich gewesen.

Nach den Erfahrungen vom Wochenende rückt die Verwaltung nun von den Plänen der Hamburger Planer ab: „Eine solche Lösung kommt für die Weender Straße nicht in Betracht. Entweder müssen die Kanten zur Rinne, die für die Wasserführung gebraucht wird, deutlich flacher werden. Oder es muss eine andere technische Lösung her“, so Johannson. Die Stadt sehe darin keine „Abkehr vom Wettbewerbsentwurf“. Die Änderung sei „absolut“ zulässig.

Die Probepflasterung soll nun bis zum Beginn des Umbaus auf dem Markt im kommenden Jahr bleiben. Zwischen dem 14. und 27. November sind Bürger aufgefordert, ihre Meinung zu dem neuen Pflaster der Stadt schriftlich oder telefonisch mitzuteilen. Dabei, so erklärt die Göttinger Stadtverwaltung, gehe es aber nicht „um eine formelle Abstimmung, sondern um einen Überblick, der bei der Entscheidungsfindung behilflich sein soll“. Die endgültigen Entscheidungen treffen dann Bauausschuss und Rat.

Eigentlich hätten jetzt auch schon Muster der neuen Bänke und Laternen auf dem Markt stehen sollen. „Die Aufstellung verzögert sich aber, weil die Lieferzeiten für die Muster deutlich länger sind, als wir gedacht haben“, sagt Johannson. Das sei jedoch kein Problem, denn darüber könne auch noch im kommenden Jahr befunden werden. „Lediglich für die Pflasterung brauchen wir eine Entscheidung bis zum Jahresende, wenn mit den Arbeiten im ersten Abschnitt im kommenden Jahr begonnen werden soll“, sagt Johannson.

Mehr zum Thema auf der Homepage der Stadt Göttingen

Von Michael Brakemeier