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Göttingen Karneval in Göttingen: „Ball verkehrt“ mit Raketen
Die Region Göttingen Karneval in Göttingen: „Ball verkehrt“ mit Raketen
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00:22 28.01.2015
Von Ulrich Schubert
Gardetanz mit Männlein und Weiblein beim „Ball verkehrt“ im Gasthaus Berge. Quelle: Pförtner
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Elliehausen

Schlager gehen immer, und Lenas Interpretation von Nina Hagens Song vom Michael ohne Farbfilm reißt alle mit. „Göttingen ist nicht tot“, ruft Frank Malinke begeistert und rückt seine rot-weiße Kappe mit langer Feder zurecht.
Mit „Göttingen“ meint der Faschings-Fan den Karneval in Göttingen. Der ist am Sonnabend mit einem „Ball verkehrt“, bei dem die Frauen das Sagen haben, wieder auferstanden: mit 140 Gästen aus ganz Niedersachsen und 20 Show-Einlagen auf der Bühne im Gasthaus Berge. Zum ersten Mal feierten die beiden Göttinger Karnevalsvereine Rheintreue Rot-Weiß und Szültenbürger gemeinsam. Beide mussten ihre Bälle zum Sessionsstart im vergangenen Herbst ausfallen lassen. Die Szültenbürger sind inzwischen auf etwa zehn aktive Mitglieder geschrumpft und haben bis heute noch keinen Regenten für die laufende Saison gefunden. Und die Rheintreue hatte zu viele Absagen, auch von befreundeten Vereinen.

 

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Die sind zum „Ball verkehrt“ alle wieder da: mit Abordnungen aus Ballenhausen, Dransfeld, Moringen, Salzgitter, Hameln, Pöhlde und Bad Harzburg, darunter ein Prinzenpaar, ein Prinz und der Nippel aus Ballenhausen – ein Anti-Regent mit Narrenkappe. Und sie haben alle Showeinlagen mitgebracht, die die Stimmung stetig steigen lassen – angeheizt von Tagungspräsidentin Stefanie Hampeis, Sekt, Bier und Schierker Feuerstein, eine Spende der Pöhlder. Zeit zum Verschnaufen gibt es nicht. Es geht Schlag auf Schlag, Marsch auf Marsch: Die Traumtänzer der Rheintreue tanzen Ballett im Seemannskostüm. Eine Mädchengruppe aus Bad Harzburg begeistert mit Jazz-Tanz. Veronika Habert und Astrid Bensel kalauern in der Bütt über die Vor- und Nachteile moderner Fitnesskurse für die Hausfrau, die Pilates zur Stärkung des eigenen Energiehaushaltes überflüssig findet, weil sie eine Fußbodenheizung hat. Und immer wieder marschieren – Marsch auf Narrhallamarsch – die verschiedenen Tanzgarden ein. Und mittendrin schenkt Tanzmajor Leon von der Rheintreue den närrischen Göttingern einen rührenden Moment: Der Elfjährige tanzt solo, seine „langjährige“ Partnerin Josephine Reifgersten sitzt am Rand. Dann nimmt Leon beherzt das Mikrofon, schaut sie an und sagt: „Es ist schade, dass du verletzt bist und nicht mittanzen kannst.“ Für einen Moment ist es ganz still – dann geht sie wieder ab, die „Rakete“.