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Göttingen Behindertentoilette bekommt Liege
Die Region Göttingen Behindertentoilette bekommt Liege
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00:18 07.05.2019
Die erste öffentliche Behindertentoilettenliege im Kaufland (Innenstadt). Initiator Frank Lackner von Interrolli und Kaufland-Hausleiterin Doreen Waldeck im Behinterten-WC neben der Liege. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Göttingens wahrscheinlich erste öffentlich zugängliche Behindertentoilette mit einer Liege, auf der rückengeschädigte Rollstuhlfahrer ihr Geschäft verrichten können, hat Kaufland in der Innenstadt installiert.

„Querschnittsgelähmte Personen wie ich, die aufgrund einer Rückenmuskelschädigung nicht auf der Toilette sitzen können, sind auf solche Liegen angewiesen“, erklärte am Freitag der Göttinger Frank Lackner von Interrolli, der Internationalen Bürgerinitiative für Rollstuhlfahrerinteressen. Auf seine Bitte hin hat der Kaufland-Supermarkt an der Kurze-Geismar-Straße 26 eine solche Liege installiert. Sie ist montags bis sonnabends während der Öffnungszeiten von 7 bis 22 Uhr zugänglich.

Toilettenfrau klappt die Liege aus

Die Liege ist 80 Zentimeter breit, 100 Zentimeter lang und 50 Zentimeter hoch. Wird die Liege nicht benötigt, lassen sich die Beine ein- und die Liege nach oben klappen. So ist die Toilette wieder für andere Rollstuhlfahrer von beiden Seiten aus anzufahren. „Die Liege ist aus Metall, so dass Rollstuhlfahrer leider auf Hilfe angewiesen sind“, sagte Lackner. Die Toilettenfrau übernimmt diese Aufgabe. Der Rollstuhlfahrer regte an, den Mechanismus leichtgängiger einzustellen.

Hygienische und stabile Metallversion

„Die Metallversion ist hygienischer und stabiler als die leichtere Holzvariante“, nannte Lackner Vorteile. In anderen Städten seien Holzliegen mutwillig zerstört worden. Eine Holzversion gebe es seit 1987 in einer Behindertentoilette für Mitarbeiter im Neuen Rathaus, wo er tätig sei. Sie werde aber im Zuge der anstehenden Sanierungsarbeiten geschlossen.

Markt ist barrierefrei zugänglich

„Ich habe mir eine Reihe von Behindertentoiletten in Göttingen angeschaut, die bei Kaufland erschien mir für den Einbau einer Liege am geeignetsten“, sagte der Rollstuhlfahrer und Kaufland-Kunde. Waschbecken, Toilette und die Schnur für das Auslösen eines Alarms seien von der Liege aus in Griffnähe, so Lackner. Der Göttinger Supermarkt sei barrierefrei zugänglich. In der Tiefgarage gebe es Behindertenparkplätze. Der Supermarkt werde 4500 Kunden am Tag besucht, habe er erfahren. Darunter seien auch einige Rollstuhlfahrer. Das Installieren der Liege sei ein Test, teilt Anna Münzing von der Kaufland-Unternehmenskommunikation mit.

Interrolli hofft auf Nachahmer

„Die erste solche Liege ist meines Wissens Ende der 70er-Jahre im Christophorushaus für zwei betroffene Rollstuhlfarer aufgestellt worden“, berichtete Lackner. Später habe es solche Liegen in zwei Göttinger Schulen gegeben. Interrolli hoffe, dass auch der Bahnhof, die Universität oder andere öffentliche Gebäude solche Liegen erhielten. Vielleicht lasse sich die alte Liege des Rathauses nutzen.

Von Michael Caspar

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