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Göttingen Kaum Abweichungen bei Abi-Noten: Göttinger Schulen sind Spitze
Die Region Göttingen Kaum Abweichungen bei Abi-Noten: Göttinger Schulen sind Spitze
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20:37 21.08.2013
Von Ulrich Schubert
Quelle: Archiv (Symbolbild)
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Göttingen

Gegen die in Hannover von Bildungsexperten aufgestellte Behauptung, der gute Notenschnitt im Raum Göttingen liege an einem großen Akademiker-Anteil durch die Göttinger Universität, sprechen die Ergebnisse der Gymnasien in Duderstadt und Hann-Münden: Auch sie liegen über dem Landesdurchschnitt.

Im Kreis Göttingen muss sich keine Schule verstecken, ihre Abi-Noten weichen auf hohem Niveau nur wenig voneinander ab – zumindest bei den Schulen, die sie öffentlich machen. Das sind: Hainberg-Gymnasium (2,39), Theodor-Heuss-Gymnasium (2,28), Felix-Klein-Gymnasium (2,3), Max-Planck-Gymnasium (2,19), Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt (2,54), Grotefend-Gymnasium in Hann. Münden (2,46), Göttinger Abendgymnasium (2,45), Geschwister-Scholl-Gesamtschule (KGS, 2,69) und Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS, 2,36).

IGS liegt deutlich über Landesschnitt

Damit trifft auch die Aussage des Ministeriums nicht zu, die Abi-Noten fielen an Gesamtschulen generell schlechter aus als an Gymnasien. Die IGS liegt deutlich über dem Landesschnitt, die KGS ein wenig darunter. Dabei betonen die Leiter beider Schulen, dass Gesamtschulen ab Klasse fünf einen hohen Anteil Schüler mit Realschulempfehlung aufnehmen, die sie erfolgreich zum Abitur führen – teilweise sogar Hauptschüler.

Bleiben noch die beruflichen Gymnasien. Dort schneiden die Abiturienten zwar etwas schlechter ab, sie treten aber unter anderen Voraussetzungen an: als reine Oberstufengymnasien mit den Jahrgängen 11, 12 und 13 haben sie nur knapp drei Jahre Zeit, um Schüler mit erweitertem Realschulabschluss fürs Abi fit zu machen. Ihre Durchschnittsnoten verraten haben die BBS-Ritterplan (2,85) und die Arnoldischule (2,76).

►Kommentar: Not mit Noten

Es scheint so einfach und doch ist es so falsch. Wir rechnen fix die Noten aller Schüler zusammen, bilden daraus den Schnitt und schon wissen wir, wie gut die Schule ist. Hoher Durchschnittswert gleich tolle Schule. Klappt ja auch bei Schülern, oder? Nein, eben nicht wirklich. Noten können zwar eine grobe Einschätzung geben, und mancher braucht sie als Motivationsstütze. Aber nicht selten sind Noten ungerecht oder falsch, weil sie nur einen kleinen Moment oder eine Teilleistung abbilden.

Ob der Schüler mit tollen Noten ein erfolgreicher Erwachsener sein wird, weiß niemand sicher. Das unterscheidet Schulnoten von standardisierten und klar messbaren Vergleichsnoten der Warentester. Trotzdem sind Noten-Rankings bei Schulvergleichen im Trend. Hohe Note gleich gute Schule. Dabei sagen diese Werte nichts darüber aus, wie gut die Lehrer tatsächlich sind, wie gut die Schule ausgestattet ist und ob ihre Konzepte gut abgestimmt sind.

Sie lassen außer acht, ob eine Schule traditionell und durch ihre Lage von hoch motivierten Kindern aus Akademiker-Familien angewählt wird oder eher von Kindern mit schlechten Einstiegsnoten aus bildungsfernen Schichten. Wenn diese dann das Abitur mit der Note 2,5 statt 1,9 schaffen, hat ihre Schule mehr geleistet als die vermeintliche Eliteschule. Und wie schnell können in einem Jahr mal nur fünf von 100 Abiturienten trotz guter Lehrer das Abi gerade so bestehen und damit den Schnitt runter ziehen, obwohl 95 ihre Schule richtig gut fanden.