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Göttingen Fahrkartenverkauf im Nahverkehr eingeschränkt
Die Region Göttingen Fahrkartenverkauf im Nahverkehr eingeschränkt
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00:21 17.12.2018
Fahrkarten für Metronom-Züge gibt es derzeit nicht mehr automatisch.
Fahrkarten für Metronom-Züge gibt es derzeit nicht mehr automatisch. Quelle: CH
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Göttingen

Für den Fahrgastverband Pro Bahn ist die Änderung „eine Posse“. Ihr südniedersächsischer Regionalverband hat jetzt das Land und seine Landesnahverkehrsgesellschaft aufgefordert, die Einschränkungen zurückzunehmen. Verbandssprecher Gerd Aschoff: „Aus Fahrgastsicht könnte es vielleicht egal sein, wer die Automaten aufstellt und betreibt. In der Praxis sieht das allerdings anders aus, weil die Metronom-Automaten keinen vollwertigen Ersatz bieten.“ Fahrgäste, die versuchten, sich eine VSN-Tageskarte aus den Metronom-Automaten zu ziehen, fänden diese häufig nicht, weil die Benutzerführung sie hinter dem Punkt „Zeitkarten“ verstecke. Andere Fahrkarten, etwa für den direkten Zug der Deutschen Bahn von Göttingen nach Erfurt, seien überhaupt nicht zu finden.

„Zersplitterung des Kartenverkaufs“

Damit bleibt den Reisenden allein der Kauf im Reisecenter der Bahn. Doch das wird seine Öffnungszeiten ab 1. April kommenden Jahres einschränken. Aschoff: „Die bewusste Zersplitterung des Fahrkartenverkaufs sei auch deshalb ärgerlich, weil Fahrgäste in Göttingen vor Ort keine Metronom-Mitarbeiter finden und Bahn-Mitarbeiter für Probleme am Metronom-Automaten nicht zuständig sind. Aschoff: „Das DB-Personal kann keine Lösung liefern, wenn statt Rückgeld nur eine Gutschrift aus dem Automaten kommt.“ Pro Bahn verweist zudem darauf, dass es von Göttingen vier DB-Nahverkehrsverbindungen gibt: nach Nordhausen, nach Gera/Erfurt, nach Bad Harzburg und nach Einbeck.

Das Land Niedersachsen verweist auf seine Nahverkehrsgesellschaft. Die LNVG argumentiert, sie nehme „grundsätzlich keinen Einfluss auf die Menüführung von Fahrkarten-Automaten“. Die Menüführung der Metronom-Automaten unterscheide sich von derjenigen der DB-Geräte und sei „insoweit für Pendler in Göttingen gegebenenfalls auch gewöhnungsbedürftig“. Andererseits habe sich das System in den anderen Metronom-Netzen und „an zahlreichen Stationen zwischen Harz und Küste“ für Pendler bewährt. Es sei allerdings richtig, dass in den Metronom-Automaten Ziele in Thüringen bislang nicht enthalten seien. LNVG-Sprecher Rainer Peters: „Das ist aber relevant, weil es von Göttingen eine RE-Linie nach Erfurt/Glauchau gibt. Dieser Mangel soll von Metronom vor Weihnachten behoben werden. Bis dahin können Reisende den Fahrschein ohne Aufpreis im Zug lösen.“

„Öffnungszeiten ausreichend“

Peters rechtfertigt zudem die Kürzung der Öffnungszeiten des DB-Centers: „Das Reisezentrum hatte bisher 90 Wochenstunden geöffnet. Vertraglich gefordert sind 75 Wochenstunden, die die LNVG auch bezahlt, und auf etwa dieses Maß wird abgesenkt. Wir halten das auch für ausreichend.“ Bei Problemen habe außerdem der DB-Info-Point den Fahrgästen weitergeholfen.

Von der Bahngesellschaft Metronom war zu den von Pro Bahn monierten Nahverkehrsproblemen keine Stellungnahme zu erhalten.

Von Matthias Heinzel