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Göttingen Das steckt hinter der Tageblatt-Spendenaktion „Keiner soll einsam sein“
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„Keiner soll einsam sein“: Das steckt hinter der Tageblatt-Spendenaktion

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16:36 02.12.2021
Das große Erbsensuppe-Essen auf dem Göttinger Marktplatz zog viele Gäste an. Aufgrund der Pandemie muss es zum zweiten Mal in Folge ausfallen.
Das große Erbsensuppe-Essen auf dem Göttinger Marktplatz zog viele Gäste an. Aufgrund der Pandemie muss es zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Quelle: Hinzmann
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Ein plötzlicher Schicksalsschlag kann jeden treffen: Menschen erkranken schwer, verlieren ihre Arbeitsstelle, müssen Angehörige pflegen, fallen in ein psychisches Loch. Um ihnen in der Vorweihnachtszeit ein wenig Unterstützung zukommen zu lassen, wurde vor mehr als 40 Jahren die Tageblatt-Hilfsaktion „Keiner soll einsam sein“ (KSES) gegründet. Seitdem engagieren sich Südniedersachsen für Südniedersachsen – sie helfen denen, die Hilfe brauchen.

Traditionell beginnt die Weihnachtsaktion im November mit dem großen Erbensuppenessen, meist im Göttinger „Kauf Park“ und vor dem Alten Rathaus. Ein Benefizkonzert des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) und der offene Heiligabend, zuletzt in der Zentralmensa, zuvor in der Stadthalle, runden das Programm um die Spenden ab. Sowohl 2020 als auch 2021 muss das Tageblatt auf diese Großevents verzichten – die pandemische Lage lässt nicht zu, dass Veranstaltungen mit 400 Menschen und mehr risikofrei durchgeführt werden können.

Offener Heiligabend in der Zentralmensa 2019 – um die 400 Menschen feierten gemeinsam. Quelle: Swen Pförtner/Archiv

Was auf keinen Fall abgesagt wird, ist die Spendenaktion. Die Bedürftigen wurden teilweise durch die Corona-Lage noch schwerer getroffen als sonst, daher ist jeder Betrag noch wichtiger als sonst. In unserer Grafik stehen die Kontonummern, an die in diesem Jahr Geld überwiesen werden kann.

Per Paypal spenden

Per Banküberweisung spenden

Spenden an „Keiner soll einsam sein“ sind möglich an folgende Kontonummern (Empfänger ist „Keiner soll einsam sein e.V.“):

  • Sparkasse Göttingen: DE 78 2605 0001 0000 0004 22
  • Sparkasse Duderstadt: DE 94 2605 1260 0000 7711 88
  • Volksbank Kassel Göttingen: DE72 5209 0000 0043 0425 05
  • Volksbank Mitte: DE72 5226 0385 0005 0535 44

Das so eingenommene Geld ist für die Hilfe in besonderen finanziellen Notlagen gedacht. Und zwar „in allen Fällen, in denen die Maschen des sozialen Netzes zu weit sind und Menschen in Not geraten“, erklärte Wolfgang Stoffel es einmal. Stoffel war Prokurist beim Tageblatt und ist seit 33 Jahren verantwortlich für KSES. Wenn in einem Krankheitsfall oder bei Einsamkeit keine Hilfe möglich scheint, könnten die Spenden der Weihnachtshilfe unbürokratisch helfen, so Stoffel. Jeder Spenden-Euro fließe vollständig dem guten Zweck zu und komme Göttingern zugute, die in Not geraten sind. Die Spenden kämen somit direkt vor Ort an.

KSES gibt es seit 1973

Stoffel ist fast von Anfang an dabei. 1973 – mit dem Eintritt des Göttinger Verlagshauses in die Madsack Mediengruppe – standen Neuerungen ins Haus. Der damalige Tageblatt-Geschäftsführer Bernd Dedecke rief die Wohltätigkeitsaktion KSES ins Leben. Der Grund: Die Tageblatt-Mitarbeiter wollten nicht mehr nur journalistische, sondern auch soziale Verantwortung in Göttingen und der Region übernehmen. Dafür sammelten sie zunächst Weihnachtsgeschenke von Mitarbeitern und Lesern, die dann an Bedürftige verteilt wurden. Obwohl die Aktion gut angenommen wurde, wurde sie ihrem Namen nicht gleich gerecht. Denn viele Empfänger der Päckchen waren am Heiligen Abend zwar um Geschenke reicher, aber immer noch alleine. Die Aktion musste ausgeweitet werden.

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Seit Ende der 70er-Jahre waren daher bis 2020 alle Göttinger eingeladen, am 24. Dezember zu einer öffentlichen Weihnachtsfeier zu kommen. Der Erbsensuppenausschank am Göttinger Gänseliesel hat ebenfalls eine lange Tradition. Prominente aus Stadt und Land stehen als freiwillige Suppenschöpfer an den Töpfen. Anfänglich wurde die Suppe in der Göttinger Zietenkaserne von den Soldaten gekocht, bis 1993 nach Schließung des Bundeswehrstandortes das Technische Hilfswerk Göttingen die Suppenzubereitung übernahm. Seit 2014 kochte der Kreisverband Göttingen-Northeim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) die Suppe. Auch ein Suppenausschank auf der Marktstraße in Duderstadt kam dazu.

Bei der voerst letzten Tageblatt-Hilfsaktion "Keiner soll einsam sein" in Duderstadt holten sich viele Menschen Erbsensuppe ab. Quelle: Britta Eichner-Ramm

Alle Beteiligten hoffen darauf, dass Suppe, Konzert und offener Heiligabend 2022 wieder stattfinden können. Bis dahin freuen sich die Tageblatt-Mitarbeiter und viele Ehrenamtliche über jede Spende, die es weiterreichen kann an die Menschen, die jeden Euro gut gebrauchen können.

Von Lea Lang