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Göttingen Kiebitze und Heidelerchen rasten länger in Göttingen
Die Region Göttingen Kiebitze und Heidelerchen rasten länger in Göttingen
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00:29 26.03.2018
Eis und Schnee zwingt Vögel wie die Kiebitze im März zur Rast – auch in Göttingen.
Eis und Schnee zwingt Vögel wie die Kiebitze im März zur Rast – auch in Göttingen. Quelle: r
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Göttingen

„Der Vogelzug ist immer witterungsbedingt“, erläutert Knut Sandkühler von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Hannover. Die Vogelarten, die bei uns brüteten und aus ihrem Winterrevier im Süden wieder zu uns nach Norden kämen, verweilten bei den niedrigen Temperaturen länger in Zwischenrastgebieten. Dieser Stau von Zugvögeln habe seinen Schwerpunkt eher von Hessen aus südwärts, in Bayern und Baden Württemberg, sagt Hans-Heinrich Dörrie vom Arbeitskreis Göttinger Ornithologen. Bachstelzen und verschiedene Drosselarten seien dort betroffen. Doch am westlichen Stadtrand Göttingens seien über 80 Heidelerchen gesehen worden und in der gesamten Region Südniedersachsen sei der seltene Kiebitz jetzt oft anzutreffen. Aber auch in anderen Regionen wie das benachbarte Eichsfeld sind bereits Kiebitze gesichtet worden.

Kiebitz gehört zu gefährdeten Vogelarten

Den Kiebitz, der zu den gefährdeten Vogelarten gehört, sieht man auf großen Ackerfluren, entlang von Straßenböschungen oder in größeren Vorgärten. In Göttingen sei er in den letzten Tagen oft an der Geismarer Landstraße gesehen worden, berichtet Dörrie. Die Vögel suchten am Straßenrand und zwischen den Wohnblocks nach Nahrung. Doch das sei schwierig. Sie finden im hart gefrorenen Boden kaum Würmer und der kalte Ostwind schwäche sie. Wenn Gülle auf den Feldern ist, erschwere das die Nahrungssuche zusätzlich. Zwar hätten viele Menschen Futterhäuschen für Vögel, aber damit erreichten sie nur ein bestimmtes Artenspektrum, so Dörrie.

An Straßenböschungen suchen die Vögel oft nach Nahrung, weil sie hier wegen des Streusalzes schnee- und frostfreie Flächen finden. Quelle: r

Totfunde habe es noch nicht gegeben. Trotzdem mahnt Dörrie dazu, Hunde angeleint zu halten. Die Tiere schrecken die Vögel auf, was diese schwächt. Autofahrer sollten auf Vögel aufpassen, die an Straßenböschungen oft nach Nahrung suchen, weil sie hier wegen des Streusalzes schnee- und frostfreie Flächen finden. Hans-Bernd Hartmann, Vorsitzender der Fachgruppe Ornithologie Eichsfeld, berichtet, dass bereits tote Feldlerchen in der Region gesehen wurden. Wie sich der Kälteeinbruch im März aber genau auf die Zugvögel im Eichsfeld auswirke, werde sich erst in den nächsten Tagen zeigen.

Von Julian Habermann

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