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Göttingen Kiessee: Beliebtes Naherholungsgebiet in Stadtnähe
Die Region Göttingen Kiessee: Beliebtes Naherholungsgebiet in Stadtnähe
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21:25 05.07.2009
Geburtstags-Grillparty am Kiessee: Jermaine Greene (2.v.r.) hat seine Freunde eingeladen.
Geburtstags-Grillparty am Kiessee: Jermaine Greene (2.v.r.) hat seine Freunde eingeladen. Quelle: Peter Heller
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Warum kommen die Menschen zum Kiessee,  welchen Aktivitäten gehen sie dort nach und welche Auswirkung hätte eine Südspange auf die Naherholung rund um den See?  Vor allem auf letztere Frage haben die Gesprächspartner keine einhellige Meinung, mancher ist gar hin- und hergerissen vom Für und Wider.

Den Bau der Südspange und die Sperrung des Sandweges würde Christa Braunschweig begrüßen. In ihrem Kleingarten nördlich des Sandweges merke man den Verkehr ganz schön, sagt sie. „Vor allem im Berufsverkehr kommt man manchmal nicht über die Straße.“ Ilse Radtke hingegen stört der Verkehr nicht. Ihr Garten liege weit genug vom Sandweg entfernt.

Der Kiessee sei das einzige Naherholungsgebiet in Stadtnähe, wo sie im Grünen mit dem Hund spazieren gehen könne, betont Cornelia Molthan. Fast jedes zweite Wochenende kommt die Lenglernerin mit ihren Töchtern Marie und Lisa her. „Obwohl oft viele Menschen hier sind, gibt es genügend freie Flächen. Deshalb ist das für uns Erholung“, sagt sie. Sie hält es für wichtig, dass das Naherholungsgebiet erhalten bleibt. „Jeder fährt Auto, aber keiner will, dass Straßen gebaut werden“, argumentiert Molthan. Naherholung müsse gut erreichbar sein, ergänzt sie und kritisiert den schlecht funktionierenden öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis.

„Ein Krampf“

„Wie es zurzeit am Sandweg ist, ist ein Krampf“, findet Wolfgang Jahn vom Göttinger Paddler-Club deutliche Worte, während er an seinem Boot bastelt. Er bezweifle aber, dass es jemals zu einer Umgehung komme. Zum Abschalten und Entspannen wenig geeignet sei der Kiesseebereich, der an den Sandweg angrenzt, meinen Matthias Sommer und Claudia Fiedler, die bei einem Spaziergang am See das schöne Wetter genießen. 

Zwei- bis dreimal pro Woche kommt Marc Wicke zum Joggen an den Kiessee. Der Rosdorfer schätzt die Natur und die Landschaft. Er plädiert dafür, dass alles so bleibt, wie es ist.

Zur Südspange habe er „keine Meinung“, meint Benjamin Piecha. Er hat es sich auf einer Wiese bequem gemacht und lässt die Sonne auf den freien Oberkörper scheinen. Zum Kiessee kommt der Student, „weil es das nächstgelegene Gewässer ist“ und es mit dem Rad schnell erreichbar ist.

Hin- und hergerissen ist Hundehalter Esco Rogalla, was das Thema Südspange angeht. Einerseits kenne er als Anwohner in der Stettiner Straße die hohe Belastung durch den Verkehr. „Da wäre eine Entlastung toll“, sagt er. Andererseits würde eine neue Straße südlich des Sees die Landschaft „optisch zerschneiden“ und „den Naherholungsfaktor zerstören“, meint er. Den Hund könne er dann südlich des Sees wohl auch nicht mehr frei laufen lassen.

„Es ist wunderschön hier“, schwärmen Sabine König, Monika Hornow und Verena Trutnau aus Celle. Sie krönen ihren Tagesausflug nach Göttingen mit einer Tretbootrunde auf dem Kiessee. Das Naherholungsgebiet finden sie schön, weil es nicht weit von der Stadt entfernt ist.

Zum Angeln und Erholen nach der Arbeit kommen Jan und Finn Krummacker regelmäßig aus Rosdorf mit dem Rad zum Kiessee. „Hier beißen die Fische gut“, verrät Finn. Eine Straße im Süden des Gewässers würde nach Ansicht der Brüder die Umwelt und den Lebensraum von Tieren stark belasten.

Familie Gencil ist mit Freunden am Spielschiff verabredet. Charlotte und Levent sind mit ihren Kindern Kerem und Cem zu Fuß zum Kiessee gekommen. „Das ist wie ein kleines Meer“, sagen sie. Einzig der Lärmpegel durch die Autos am Sandweg störe die Entspannung. Zu einer Geburtstags-Grillparty sind Denis Härtel, Alina Koch und Clemens Mickler unterwegs. Sie kommen häufig her, weil die Landschaft schön und der See in der Nähe gelegen sei.

Von Britta Eichner-Ramm

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