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Göttingen Kinder werden in Göttingen zu Außenseitern
Die Region Göttingen Kinder werden in Göttingen zu Außenseitern
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17:59 18.03.2012
Von Jörn Barke
Spielkameraden gesucht: Der Anteil der Kinder an der Bevölkerung in Göttingen ist deutlich zurückgegangen.
Spielkameraden gesucht: Der Anteil der Kinder an der Bevölkerung in Göttingen ist deutlich zurückgegangen. Quelle: Heller
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Göttingen

Damit war 2011 nur noch etwa jeder achte Göttinger unter 18 Jahre alt – der Anteil von knapp 13 Prozent an der Gesamtbevölkerung ist ebenfalls der niedrigste seit 1980.

Nach weiteren Berechnungen der Statistiker ist die Zahl der unter 18-Jährigen seit 2002 binnen eines Jahrzehnts um rund elf Prozent zurückgegangen – die Gesamteinwohnerzahl sank im gleichen Zeitraum nur um knapp ein Prozent. Ende der achtziger Jahre lag die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Göttingen mindestens bei  rund 17 500. Seit 1989 stieg sie dann sogar bis in die zweite Hälfte der neunziger Jahre hinein an. 1997 war mit rund 19300 der Höchststand erreicht – damals war immerhin noch ungefähr jeder siebte Göttinger unter 18 Jahre alt. Der Anteil an der Bevölkerung lag bei 14,7 Prozent. Seitdem ging es steil bergab.

Binnen eines Jahrzehnts halbiert

In Göttingen gibt es mittlerweile Stadtteile, in denen nicht einmal mehr jeder zehnte Bewohner unter 18 Jahre alt ist, so die Innenstadt (Anteil in 2011: 6,8 Prozent), die Nordstadt (8,7 Prozent) und Weende (9,5 Prozent). Im Weender Bezirk Universität-Nord hat sich die Kinderzahl binnen eines Jahrzehnts nahezu halbiert.

Kleine Kinder muss man in Göttingen schon fast mit der Lupe suchen: Unter 23 Bewohnern befindet sich gerade mal ein Kind, das jünger als sechs Jahre alt ist. Noch unter diesem Durchschnittswert von 4,4 Prozent für ganz Göttingen liegen die Bereiche Innenstadt (2,8 Prozent), Nordstadt (vier Prozent) und Weende (3,3 Prozent).

Schlechte Aussichten

Die Zukunft verspricht wenig Besserung für Göttingen: Die Zahl der Geburten sackte 2011 mit 992 auf den niedrigsten Stand seit den 1970er-Jahren. Nur bis dahin sind die Zahlen vergleichbar, weil dort Eingemeindungen von Umlandgemeinden Göttingens erfolgten. Die Geburtenzahlen nach der Jahrtausendwende liegen deutlich unter denen in den achtziger und neunziger Jahren. Die Zahl der Kinder unter drei Jahren sank im vergangenen Jahrzehnt um 7,7 Prozent, die der Kindergarten-Kinder um 12,7 Prozent, die Zahl der Grundschüler um 13,8 Prozent. Die Zahl der Jugendlichen von zwölf bis unter 18 Jahren nahm um 9,4 Prozent ab.

Umgekehrt ist die Zahl der Senioren ab 65 Jahren im vergangenen Jahrzehnt trotz des leichten Rückgangs der Gesamtbevölkerung um 10,4 Prozent gestiegen. Der Anteil der Senioren an der Bevölkerung nahm damit im gleichen Zeitraum von 14,7 Prozent auf 16,6 Prozent zu.