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Göttingen Prävention sexualisierter Gewalt
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16:41 23.09.2018
Präventionsfachkraft Alexander Killius und Gemeindereferentin Bianca Nowak im Pfarrhaus der St. Vinzenz Gemeinde Weende Quelle: cb
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Göttingen

Drei Kirchengemeinden, St. Paulus, St. Vinzenz und St. Franziskus, seien an der Entwicklung beteiligt gewesen, berichtet die Gemeindereferentin Bianca Nowak. Entwickelt wurde das Schutzkonzept von den Mitgliedern eines Arbeitskreises, der sich im August 2016 gegründet hatte. Ihm gehören Pfarrer Hans Hasse, Präventionsfachkraft Alexandra Killius, Gemeindereferentin Bianca Nowak, Karin Leefken, Andrea Schaab, Ute Schmidt, Sonja Weissteiner, Irmengard Wenzig und Wolfgang Friedl an.

 

In zwei Jahren hätten zehn Treffen stattgefunden, so Nowak. Der Prozess sei durch das Bistum begleitet worden. Die Präventionsbeauftragte Jutta Menkhaus-Vollmer, Diplom-Pädagogin, war zu Vorstellung des neuen Konzeptes zugegen. Ihr Anliegen sei es, die Herzen der Menschen zu erreichen, erklärte Menkhaus-Vollmer im Gottesdienst. Die Signifikanz von Prävention verdeutlicht sie mit statistischen Werten: Jedes dritte Mädchen und jeder neunte Junge sei Opfer sexualisierter Gewalt.

 

Aus diesem Grund erarbeiten die einzelnen Gemeinden eine umfangreiche Risikoanalyse, um einschätzen zu können, welche Ansatzpunkte in der eigenen Arbeit bestehen. Der Arbeitskreis habe eine solche Analyse für alle drei Kirchenstandorte vorgenommen, erklärte Bianca Nowak. Eine Maßnahme sei etwa gewesen, Bewegungsmelder zu installieren, „um dunkle Ecken auszuleuchten“. Eine Befragung der Kinder habe stattgefunden, um herauszufinden, ob diese alle Erwachsenen kennen, die sich in den Gemeindehäusern bewegen. In Konsequenz gibt es nun etwa in St. Vinzenz eine Schautafel, auf der die Funktionen und Namen der Mitarbeiter verzeichnet sind. Ein Porträtfoto stellt sicher, dass die Kinder die Menschen zuordnen können. „Die Gemeinde sollte ein Gesicht bekommen“, erläutert Nowak. Die Schautafel sei ein Ansatz. Ein weiterer war die Ausbildung einer Präventionsfachkraft. Gefunden wurde sie in Alexandra Killius, die auch als Tagesmutter tätig ist und noch in diesem Monat eine gemeindeinterne Fortbildung zum Thema anbieten wird. In den Gemeinden dürften Haupt-, aber auch Ehrenamtliche künftig nur noch dann tätig sein, wenn sie sich den Richtlinien zum Schutz der Kinder verpflichteten und eine entsprechende Fortbildung besuchten: „Deshalb haben wir in den vergangenen zwei Jahren einen Verhaltenskodex erarbeitet, dem sich alle Mitarbeiter verpflichten.“ Neben einer Selbstauskunft müssen Mitarbeitende auch ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis einreichen.

Das Schutzkonzept selbst wurde nach dem Gottesdienst im Pfarrheim auf Tafeln dargestellt, an verschiedenen Ständen wurde vom Arbeitskreis über die Maßnahmen und Vorstellungen der Gemeinde informiert. Pfarrer Hans Hasse ermutigte die Besucher des Gottesdienstes dazu, sich die Ausstellung anzusehen und erklären zu lassen: „Wir müssen uns mit dem Thema auseinandersetzen. Sonst stehen wir am Ende dumm da und machen uns gegebenenfalls sogar mitschuldig.“

Aufklären und helfen, das seien die grundsätzlichen Stützpfeiler der Arbeit, erklärte Jutta Menkhaus-Vollmer. Betroffene Kinder gingen zu acht Erwachsenen und erst der Neunte hörte ihnen zu. „Vielleicht können wir sexualisierte Gewalt nicht verhindern. Aber wir können sie erschweren.“ Eine „Kultur des Hinschauens“ wolle das Bistum schaffen.

Von Claudia Bartels

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