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Göttingen Kirche startet Tablet-Experiment
Die Region Göttingen Kirche startet Tablet-Experiment
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08:35 08.11.2016
Die Hannoversche Landeskirche will eine Dorfgemeinschaft testen mit dem Tablet-Experiment. Quelle: epd
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Hannover/Hildesheim

Mit den Tablets sollen sich die Dorfbewohner besser miteinander vernetzen, erläuterte Pastor Ralph-Ruprecht Bartels, der das Projekt "Das vernetzte Dorf" im Haus kirchlicher Dienste in Hannover leitet. Sie könnten auf eine virtuelle Pinnwand zugreifen und zum Beispiel Hilfsangebote und -gesuche austauschen: "Dort kann jemand schreiben: 'Ich fahre morgen zum Supermarkt. Soll ich jemandem etwas mitbringen oder soll ich jemanden mitnehmen?'" So kämen die Menschen auch im realen Leben miteinander in Kontakt, wenn das Brot vorbeigebracht werde oder man gemeinsam zum Einkaufen fahre.

Weniger öffentliche Orte

Später solle auch getestet werden, Gottesdienste im Live-Stream zu zeigen. Tablets seien wesentlich einfacher zu bedienen als ein Laptop und daher auch für ältere Menschen ohne Computer-Erfahrung geeignet, betonte der ehemalige Harsumer Gemeindepastor Bartels. Senioren hätten es auf dem Land besonders schwer. Ohne ein Auto könnten sie sich oft nicht versorgen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Zudem gebe es immer weniger öffentliche Orte, an denen sich die Menschen zufällig begegneten. Das könnte das auf drei Jahre angelegte Projekt verändern.

Auch andere Projekte experimentierten mit Ideen auf dem Gebiet, sagte Bartels. Das wissenschaftliche Projekt "Sonia" aus Baden-Württemberg habe gezeigt, dass Senioren den neuen Kommunikationsmöglichkeiten durchaus aufgeschlossen gegenüberstünden und sie ihnen mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichten. In der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau böte das kirchliche Projekt "Unser Dorf: Wir bleiben hier!" seit Ende Oktober einen sechswöchigen Online-Kurs an, in dem sich Landbewohner auf einem Online-Marktplatz über die Zukunft ihrer Dörfer austauschen könnten. epd