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Göttingen Kirchen befragen Göttinger Passanten zu ihren Sonntagsgewohnheiten
Die Region Göttingen Kirchen befragen Göttinger Passanten zu ihren Sonntagsgewohnheiten
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00:20 19.06.2019
Was mache ich am Sonntag? Auch Superintendent Friedrich Selter (links) und Dechant Wigbert Schwarze geben Antworten. Kim Grove, seit Mitte 2018 FSJlerin bei St Johannis, gehört zu den Initiatoren der Aktion. Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen

Feiern bis in die Morgenstunden ist „out“, Sporteln und Spazierengehen und Faulenzen auf dem eigenen Balkon und im Garten hingegen „in“: Dieses Ergebnis war an acht nebeneinander stehenden Säulen zu erkennen, die am Sonnabend Mittag auf dem Platz vor der Göttinger St.-Jacobi-Kirche installiert waren.

Der Stand gehörte zu einem ökumenischen Team, das mit der Frage „Was machst Du sonntags gerne?“ von Passanten ihre Wochenend-Gewohnheiten wissen wollte. „Die Antworten sollen über unsere Säulen aus Plexiglas über rote Bälle sichtbar gemacht werden. Vielleicht kommen manche durch die Aktion neu ins Nachdenken über ihre Sonntagspraxis“, hoffte Mitinitiator Stephan Eimterbäumer vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (kda), der die Aktion ins Leben gerufen hat. Zur Auswahl standen außer den genannten Antworten Aussagen wie „Ausschlafen, Faulenzen“, „Freunde und Familie besuchen“, „Zocken/Lesen“, „Seelische Erhebung/Gottesdienst“, „Arbeiten/Lernen“ und „Kochen/Grillen“.

Was macht den Sonntag besonders?

„Wir wollen erfahren, wodurch der Sonntag für die Leute besonders ist“, erläuterte Pastor Gerhard Schridde von der evangelischen St.-Johannis-Gemeinde beim Treffen auf der Fußgängerzone. Für ihn kehrt nach dem Gottesdienst Ruhe ein. „Ab auf den Balkon, dieser Tag ist anders.“

Auch Jesuitenpater Ludger Joos von der Citykirche St. Michael zeigte sich neugierig: „In Göttingen gibt es einige tolle Orte, die nur sonntags offen haben. Als einer, der noch nicht so lange in Göttingen wohnt, hoffe ich auf ein paar gute Tipps.“

Passanten, die am Dialogstand mitgemacht haben und alt genug waren, haben als Dank eine Flasche Bier mit dem Etikett „Freier Sonntag – unser Bier“ überreicht bekommen. 400 Flaschen von einer Stiftsbrauerei aus Österreich standen als Souvenir bereit. „Außerdem laden wir dazu ein, eigene Sonntagserlebnisse auf Instagram unter #sonntagsfrei zu posten“, erläuterte Timo Freudenberger von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) den digitalen Teil der Aktion.

Religiöses Brauchtum und kulturelle Tradition

Als ökumenische Aktion werben die KAB im Bistum Hildesheim und der KDA der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers gemeinsam für den arbeitsfreien Sonntag. Die Initiatoren sagen, dass der Sonntag schon immer mehr war als Glockenläuten und Gottesdienst. Er sei sowohl religiöses Brauchtum als auch soziale und kulturelle Tradition einer Gesellschaft. Eine Auszeit vom Trott, ein Schutz vor Selbstausbeutung, weil die Woche nur noch Werktage kennt. Deshalb sei in Deutschland die Arbeit am Sonntag grundsätzlich verboten.

Gelegenheit zum Auftanken

Die Aktion wird ebenfalls unterstützt von Dechant Wigbert Schwarze und Superintendent Friedrich Selter. Während sich Schwarze auf die sonntäglichen Gottesdienste mit anschließender Begegnung freut („Ich bin ein Familienmensch aus dem Eichsfeld und Teil dieser Zusammenkünfte.“), stellt für Selter der Sonntag einen Tag zum Aufatmen dar. Er unterstreicht die spirituelle Seite dieses Tages: Der Gottesdienst könne Gelegenheit zum Auftanken bieten.

Etwa 500 Personen hätten sich an der Aktion beteiligt, zog Mitinitiator Stephan Eimterbäumer am Folgetag Bilanz. „Die drei beliebtesten Sonntagsaktivitäten sind demnach Sport treiben, Freunde besuchen und ausschlafen/faulenzen. Für mich belegt das Ergebnis den Sinn eines gemeinsamen Ruhetages.“

Von Markus Hartwig

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