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Göttingen Klärschlammduft steigt Roringern übel in die Nase
Die Region Göttingen Klärschlammduft steigt Roringern übel in die Nase
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18:41 21.07.2009
Schwarzer Klärschlamm aus Göttingen im Bratental: Den Anliegern in Roringen stinkt es gewaltig.
Schwarzer Klärschlamm aus Göttingen im Bratental: Den Anliegern in Roringen stinkt es gewaltig. Quelle: Mischke
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Auch am Dienstag liefern 25-Tonnen-Kipper noch die schwarzen Erdmassen mit dem besonderen Duft an. „Wir tun nur unsere Arbeit“, sagt ein Fahrer und zuckt mit den Schultern. Die Bewohner des Ortsrandes sind sauer. „Das ist der Gipfel“, findet ein Roringer. „Man kann nachts kein Fenster aufmachen.“ Sogar die Polizei wurde gerufen. Eine Maßgabe zum Eingreifen gebe es nicht, so die Stadtverwaltung

Die Felder gehören teilweise der Stadt. Der landwirtschaftliche Betrieb aus Bovenden, der die Flächen gepachtet hat, musste über das Wochenende auf die Zuliefererfirma warten, die den Schlamm auf den Feldern verteilt, bevor er eingearbeitet werden kann. Dienstagabend sind die Arbeiten im Gange und sollen auch noch abgeschlossen werden. Mit einer Scheibenegge wird der Schlamm in den Boden eingearbeitet.

„In den nächsten drei Jahren wird hier kein Klärschlamm mehr aufgebracht“, versichert Friedrich Jütting, Leiter der Stadtentwässerung, während eines Treffens vor Ort. Beschwerden werde nachgegangen, aber hier sei alles ordnungsgemäß. Regen, der die Arbeiten verzögere, und Westwind komme vor. Klärschlamm dürfe bis zu 14 Tagen am Feldrand gelagert werden.

Die Göttinger Stadtentwässerung produziert in ihrer neuen Anlage neben dem Klärwerk seit 2006 unter eigener Regie mehr getrockneten und nährstoffhaltigen Schlamm als früher. Nach einer Ausschreibung ist seit diesem Jahr nicht mehr der Göttinger Maschinenring Abnehmer wie seit 25 Jahren, sondern die Hans Vornkahl Kommunalservice GmbH aus Hildesheim. Rund 31500 Tonnen Klärschlamm aus Göttingen werden im Jahr landwirtschaftlich verwertet – als Dünger auf Felder gebracht.

Von Gerald Kräft

21.07.2009
21.07.2009