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Göttingen Klares Wasser mit viel Druck für 2500 Haushalte
Die Region Göttingen Klares Wasser mit viel Druck für 2500 Haushalte
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19:11 18.11.2010
Von Ulrich Schubert
Glasklar: frisches Brunnenwasser im neuen Hochbehälter.
Glasklar: frisches Brunnenwasser im neuen Hochbehälter. Quelle: Hinzmann
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Jeweils 300 Kubikmeter fassen die beiden 7,15 Meter hohen und im Durchmesser acht Meter breiten Stahlbehälter. Ungewöhnlich ist: Sie stehen übererdig. Die meisten Anlagen dieser Art werden auf einem Hügel oder Berg eingegraben. Damit die Stahlkessel, ihre Rohre und Filteranlagen geschützt sind, stehen sie in einem neuen Gebäude. Von weitem sieht das 23 mal 11 Meter große und zehn Meter hohe Holzhaus aus wie eine große Feldscheune.

Der alte und einige Meter tiefer gelegene Hochbehälter war in die Jahre gekommen und habe der Gemeinde mehrere Probleme bereitet, erklären Bauamtsleiter Friedhelm Storek und Gemeindebürgermeister Heinz-Jürgen Proch (SPD). Das größte Problem: Der Druck durch das natürliche Gefälle reichte nicht mehr aus, um auch neuere Wohnbereiche in höheren Dorflagen zu versorgen. Ständig seien auch tagsüber zusätzliche Pumpen im Einsatz gewesen – mit hohen Stromverbrauch. Generell habe die Wasserreserve für Spitzenzeiten nicht mehr ausgereicht. Und auch für größere Löscheinsätze über Hydranten sei die Menge inzwischen zu gering gewesen. Die neuen Behälter stehen deutlich höher.
Wie bisher würden sie mit Wasser gefüllt, das aus dem Tiefbrunnen am Moosgrund gepumt wird. Überwiegend nachts, wenn der Strom billiger zur Verfügung steht, so Proch. Weil das Brunnenwasser einen „etwas“ zu hohen PH-Wert hat, werde es in einer zwischengeschalteten Anlage „entsäuert“, ergänzt Michael Zech vom Ingenieurbüro Rinne und Partner, das die Anlage konzipiert hat.

Aus den Hochbehältern fließe das Wasser je nach Bedarf im freien Gefälle durch Rohre bis in die Wasserhähne der Verbraucher in etwa 2500 angeschlossenen Haushalten. Direkt versorgt werden laut Storek Beienrode, Kerstlingerode, Rittmarshausen und Wöllmarshausen. Ebenfalls vom neuen Standort aus würden Hochbehälter für Weißenborn gefüllt. Und im Notfall könne auch noch das Frischwassernetz für Gelliehausen und Diemarden beliefert werden.
Gefrieren könne das Wasser in den Stahlkesseln auch in kalten Wintern nicht, versichert Zech. Das aus dem Boden kommende und ständig ausgetauschte Wasser habe konstant zehn Grad. Das gut isolierte Gebäude drumherum schütze die Anlage eher vor Schwitzwasser – im Sommer.

Die Baukosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro beinhalteten neben Speicher, Aufbereitungsanlage, Rohre und Gebäude auch einen neuen Wirtschaftsweg zum Standort der Anlage, erklärt Zech weiter. Und eine 800 Meter lange Rohrleitung zum alten Hochbehälter mit den Brunnenanschlüssen. Die Investition und erforderliche Kredite bezahlen müssen die angeschlossenen Haushalte – über die Wassergebühr.