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Göttingen Hier kann man in Göttingen klimafreundlich shoppen
Die Region Göttingen Hier kann man in Göttingen klimafreundlich shoppen
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00:24 05.04.2019
Die Göttinger Klima-Karte wird zunächst in 25 Unternehmen ausgegeben. Quelle: Wölk
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Göttingen

Göttingen bekommt eine Klima-Karte. Unter dem Motto „Klima shoppen – Göttingen genießt bewusst“ hat die Energieagentur Region Göttingen diese entwickelt. Mit an dem Projekt beteiligt sind außerdem die Stadt Göttingen, Pro City sowie bislang 25 Einzelhandelsgeschäfte und Gastronomiebetriebe in der Innenstadt.

„Wir haben uns Gedanken gemacht, wie es gelingen kann, ein Bewusstsein für den Klimaschutz zu schaffen“, berichtet Benjamin Dörr, der das Projekt für die Energieagentur betreut. Hierbei habe es verschiedene Ansätze gegeben, wie es möglich sein könnte klimaneutral zu shoppen. Dazu gehöre unter anderem der Verzicht auf Strohhalme aus Plastik sowie das Mitbringen einer eigenen Tasche zum Einkaufen. Ein weiteres Problem seien zudem die zahlreichen Coffee to go Becher. „Die Becher und die nach wie vor hohe Zahl an Plastiktüten sind Müllmengen, die nicht sein müssen“, sagt Dörr. Um die Anzahl der Becher, die täglich weggeworfen werden zu reduzieren, gebe es in Göttingen beispielsweise schon den sogenannten Fair Cup. Auch zum herkömmlichen Strohhalm aus Plastik gebe es Alternativen, beispielsweise aus Bambus oder Edelstahl.

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Kleidung tauschen statt wegschmeißen

Dörr begrüßt das von der EU beschlossene Verbot für Plastikgeschirr, das 2021 in Kraft treten soll. Zum Klimaneutralen-Shoppen gehöre beispielsweise aber auch, dass man beim Einkauf auf saisonale und regionale Produkte zurückgreife. „Kleidung, die man nicht mehr trägt, muss nicht weggeschmissen werden, sondern kann auf Kleidermärkten getauscht werden“, erklärt Dörr. Auch Stadtbaurat Thomas Dienberg betont, dass das Mitbringen einer eigenen Tasche bereits ein Anfang für den Klimaschutz seien.

Die teilnehmenden Unternehmen an der Klima-Karte

Ab Sonntag, 7. April, ist die Göttinger Klima-Karte in folgenden Geschäften der Innenstadt erhältlich: Betten Heller, Contigo, Naturalia, Roter Buchladen, Café Cortés, Dabis Kaffeestube, Eishus, Big Lebowski, Flockhaus, Frohnatour, Julias Vintage Shop, Maßliebchen, Waschbär Laden, Weltladencafé, Wiederholdt, Wunderbar Unverpackt, Kaffeehus, Restaurant Löwenstein, Mode am Wilhelmsplatz, Papajule, s. Oliver Black Label, Sperling Mode und Woggon Mode. Wer 16 Stempel auf seiner Karte hat, der kann sie in einem der teilnehmenden Unternehmen abgeben und erhält dann ein Klimaschutz-Paket.

Bei der Göttinger Klima-Karte solle zudem nicht das Verbot im Vordergrund stehen, sondern die Karte soll wie ein Bonussystem funktionieren. Für jedes klimafreundliche Handeln erhält der Kunde in den teilnehmenden Geschäften einen Stempel. Sobald er 16 Stempel erreicht hat, und die Karte somit voll ist, bekommt er ein sogenanntes Klimaschutz-Paket. Dieses enthält unter anderem einen Leinenbeutel, Bambus-Strohhalme, einen Fair-Cup und ein Netz für Obst und Gemüse.

Umweltministerium finanziert für zwei Jahre

Nach Angaben von Frederike Breyer, Geschäftsführerin Pro City, ist die Klima-Karte bereits am Sonntag, 7. April, beim ersten verkaufsoffenen Sonntag „Göttingen zieht an“ erhältlich. „Jeder kann mit kleinen Aktionen zum Klimaschutz beitragen“, sagt Breyer. Eva Holst von der Stabsstelle Klimaschutz und Energie der Stadt Göttingen erinnert daran, dass mit der Aktion ein Beitrag dazu geleistet werden kann, dass Göttingen sein Ziel 2050 klimaneutral sein zu wollen erreichen kann. Gefördert wird das Projekt für zwei Jahre vom Bundesumweltministerium.

Von Vera Wölk