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Göttingen Im Streit um ein Wärmenetz in Göttingen gibt es Hoffnung
Die Region Göttingen Im Streit um ein Wärmenetz in Göttingen gibt es Hoffnung
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00:23 04.07.2019
Beim Spatentisch für das Baugebiet "Südlich Deneweg" schien noch alles in Ordnung, inzwischen aber gehen die Grundstückskäufer auf die Barrikaden. Quelle: Vera Wölk
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Hetjershausen

Im Streit um eine zentrale Heizanlage für 31 neue Häuser in einem Neubaugebiet in Hetjershausen sind die Fronten noch immer verhärtet. Aber es gibt Hoffnung und eine kleine Annäherung zwischen den erbosten Grundeigentümern im Neubaugebiet „Südlicher Deneweg“ und den Göttinger Stadtwerken.

Der Streit um das Baugebiet „Südlich Deneweg“ hat viele überrascht – die Bauherren selbst, vor allem aber die Stadtwerke und Kommunalpolitiker. Dabei hatten sich Letztgenannte etwas Gutes bei ihren Plänen gedacht. Mit Blick auf Klimaschutz und weniger CO2-Immission sollte das gesamte Neubaugebiet „Südlich Deneweg“ zentral aus einer Anlage beheizt werden - einschließlich Warmwasser. Wer ein Grundstück gekauft hat, ist damit verpflichtet, sein Haus an die Fernwärmeanlage anzuschließen.

Käufer fühlen sich „betrogen“

Das wussten die Grundstückskäufer, empört sind sie aber über die inzwischen feststehenden Anschluss- und Grundpreise. Viele hatten mit geringen Beträgen gerechnet, jetzt sollen sie einmalig gut 14 000 Euro und einige von ihnen jährlich mehr als 1500 Euro zahlen – der Arbeitspreis für tatsächlich verbrauchte Energie noch nicht mitgerechnet. Nachdem das Tageblatt über ihre Proteste berichtet hat, hatten die Stadtwerke zu dem Infoabend eingeladen.

Gerd Rappenecker (Vorstand, Stadtwerke Göttingen AG). Quelle: Christina Hinzmann

 

Vor allem zu Beginn war die Diskussion aufseiten der Grundeigentümer emotional aufgeladen. Manche fühlen sich von Stadt und Stadtwerken „betrogen“. Sie seien über diese Kosten nicht informiert worden. Einige rechneten vor, dass sie mit einer eigenen Heizanlage – zum Beispiel auf Wärmepumpenbasis – günstiger heizen könnten. Andere wollten wissen, warum Nutzer anderer Fernwärmeanlagen der Stadtwerke in Göttingen weniger zahlen müssten. „Richtig sauer“ sind viele, weil ihre geplanten Häuser so gut isolieren werden, dass sie kaum Energie brauchen, aber dennoch für hohe Anschlussleistungen bezahlen sollen.

Mit etwas Mühe, aber in Ansätzen erfolgreich, konnten Dinah Epperlein, Leiterin des Fachdienstes Hochbau und Objektverwaltung bei der Stadt, und Stadtwerke-Vorstand Gerd Rappenecker etwas Wind aus den Segeln nehmen. Ausführlich beschrieb Epperlein das Klimaschutzkonzept der Stadt. Rappenecker beschrieb Vergleichsstudien zu verschiedenen Heiztechniken. Vor diesem Hintergrund sei die Wahl für dieses Baugebiet schließlich auf eine zentrale Heizanlage mit Biomassebrennstoff gefallen. Unter verschiedenen Vergleichsparametern habe diese Technik die größten Vorteile.

Fachdienstleiterin Dinah Epperlein. Quelle: Peter Heller

Eines davon sei die hundertprozentige Lieferung und Wartung auch der Übergabestation in den Häusern durch die Stadtwerke, betonte Rappenecker: „Sie müssen sich um nichts kümmern“, fügte er an. Auch spätere Investitionen „gehen auf unsere Kosten“. Über alle Grundkosten und Berechnungen seien die Grundstückskäufer vor Vertragsunterzeichnung informiert wurden, versicherte Epperlein. Diese aber seien missverständlich, konterten die Besitzer.

Häuser zu gut isoliert

Rappenecker bestätigte, dass viele Hausbesitzer ihre Häuser stärker isolieren als erforderlich. Alle Vorgaben zur CO2-Minderung und für den Energiepass würden durch die sehr effiziente zentrale Anlage erfüllt. „Ihre Investition und Weitsicht ist dennoch gut für die Umwelt“, fügte er an. Dass Hausbesitzer in anderen Göttinger Wärmenetzen weniger Geld bezahlten, sei nur bedingt richtig. Tatsächlich seien die Durchschnittspreise dort niedriger, weil sich die Fixkosten auf erheblich mehr Wohneinheiten verteilten. Einfamilienhausbesitzer allerdings zahlten nur unwesentlich weniger als am Deneweg.

Kompromissbereit zeigten sich die Stadtwerke bei der Einstufung der Häuser für den Grundpreis. Viele seien mit einer hohen Anschlussleistung, die mindestens abgenommen werde, registriert. Entsprechend hoch falle der Preis aus. Teilweise hätten Architekten diese Werte durchgegeben, teilweise seien sie nach Erfahrungswerten eingesetzt. „Darüber aber lässt sich reden und Sie können den Wert auch nachträglich heruntersetzen“, versicherte Rappenecker auf Drängen der Bauherren.

Abschließend forderte die Ortsbürgermeisterin von Groß Ellerhausen, Hetjershausen und Knutbühren, Heidrun von der Heide (SPD), eine solche Infoveranstaltung künftig vor Projektbeginn und den Grundstücksverhandlungen anzubieten. Zugleich hoffe sie, dass jetzt Käufer und Stadtwerke aufeinander zugehen. Vor allem bei der Gestaltung des Grundpreises sehe er Spielraum, ergänzte der Göttinger Ratsherr Christian Henze (SPD).

Von Ulrich Schubert

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