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Göttingen Das alles verstopft in Göttingen die Leitungen
Die Region Göttingen Das alles verstopft in Göttingen die Leitungen
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00:20 15.03.2019
Im Göttinger Klärwerk werden die Abwässer gereinigt, das Ergebnis fließt dann in die Leine. Quelle: R
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Osterode/Göttingen

Es ist ein altes Problem, dass immer wieder neu thematisiert werden muss: Toiletten werden als Müllschlucker missbraucht und in Kanalisation und Klärwerk landen Dinge, die dort für Probleme sorgen. „Seit einiger Zeit kommt es im Pumpwerk Förste vermehrt zu Verstopfungen“, lässt jetzt Mareike Klostermann von der Pressestelle der Stadtverwaltung Osterode wissen. Hauptursache dafür seien Feuchttücher aus dem Kosmetik- und Babypflegebereich, Hygieneartikel wie Binden, Tampons sowie Kondome und vermehrt Kleidungsstücke, die über die Toiletten entsorgt werden.

Feuchttücher bereiten Kopfschmerzen

Besonders Feuchttücher würden der Stadtentwässerung zunehmend Kopfschmerzen bereiten. „Denn entgegen der gängigen Annahme zersetzen sich die reißfesten Tücher aus Vlies nicht wie Toilettenpapier, sondern lagern sich in der Kanalisation ab oder blockieren auf dem Weg zum Klärwerk die Pumpen“, erklärt Klostermann. Eine weitere unrühmliche Rolle spielen Essensreste und Frittierfette, die kurzerhand in den Kloschüsseln entsorgt werden: „Das Fett bleibt an den Stofffetzen hängen und verklumpt regelrecht“, beschreibt die Sprecherin den unerwünschten Effekt.

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Dieses Handeln schädige nicht nur die öffentliche Abwasseranlage, sondern auch die Rohrleitungen. „Es sind Abfälle, die über den Hausmüll entsorgt werden müssen“, spricht Klostermann das Gewissen jedes einzelnen Bürgers an.

TopTen der unerlaubt im Klo entsorgten Abfälle

Wattestäbchen, Tampons, Binden, Kondome, Kronkorken, Feuchttücher, Katzenstreu, Speisereste, Strumpfhosen, Medikamente

Erheblicher Mehraufwand  

Sie führt weiter aus: „Die sich aus diesem Tun ergebenden Störungen behindern regelmäßig den Betrieb der Abwasserentsorgung und bedeuten einen erheblichen Mehraufwand, der durch die Abwassergebühren von allen zu tragen ist.“

Die Stadt Osterode am Harz richte deshalb den eindringlichen Appell an alle Bürger, künftig keine Windeln, Lappen, Hygieneartikel oder Feuchttücher über die WC-Spülung zu entsorgen.

Toilette kein Müllschlucker

Die Problemlage findet sich auch in Göttingen wieder. Für die Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) sind öffentliche Hinweise auf das korrekte Trennen von Abfällen quasi zu einer ritualisierten Wiederholung geworden. In Texten und Anzeigen sowie auf der Internetseite www.geb-goettigen.de wird über das korrekte Recycling informiert. Darauf weist GEB-Sprecherin Maja Heindorf hin. Die Toilette ist kein Müllschlucker, betont sie. Auch wenn es möglicherweise verlockend sei, mal eben die Spültaste zu drücken und loszuwerden, was man nicht mehr sehen möchte. Über die Schmutzwasserkanalisation finden diese Dinge ihren Weg bis zur Kläranlage im Rinschenrott. Dort muss sie der Klärmeister mühsam herausholen. Wattestäbchen, Tampons, Kronkorken und andere Abfälle behindern die Reinigung der Abwässer. Pro Woche fallen nach GEB-Angaben bis zu zehn Tonnen dieses Mülls an.

Im Extremfall läuft Toilette über

Werden Lebensmittelreste in die Toilette geworfen, können sie zu Fettablagerungen und Verstopfungen in den Leitungen führen. Das lockt Nagetiere wie Ratten an. Windeln, Strumpfhosen, Zigarettenkippen und Slipeinlagen verstopfen die Rohrleitungen. Im Extremfall läuft dann die Toilette über. Außerdem können Asche, Katzenstreu und Vogelsand zu Verstopfungen führen. Die Göttinger Kanalisation besteht aus 720 Kilometer Leitungen – das ist eine Strecke von Göttingen bis zu den Alpen.

Von Ulrich Meinhard

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